Schausteller vertraglich verpflichtet

Lachs vom Porzellanteller: Wie plastikfrei ist der Märchenweihnachtsmarkt? 

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Kann auf Plastik nicht ganz verzichten: Die Lebkuchenherzen bei Britta Schellberg sind nach wie vor in Folie verpackt. Die neuen Tüten sind aber aus Papier.

Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt sollte in diesem Jahr weitestgehend plastikfrei werden. Wir haben uns umgesehen, wie gut die Umsetzung dieses Vorhabens geklappt hat. 

Die restlichen Plastikgabeln für Pommes hat Hilde Gies aus Immenhausen verschenkt. Im Rotkäppchen-Imbiss auf dem Friedrichsplatz wird ab diesem Jahr auf Plastikgeschirr- und -besteck völlig verzichtet. Die Schälchen für Currywurst sind aus Papier, die Piekstäbchen aus Holz. „Für die Umwelt macht man das doch gerne“, sagt Gies. „Wenn man im Fernsehen sieht, wie viel Plastik aus den Meeren geholt wird.“

Die Schausteller auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt hätten sich alle vertraglich dazu verpflichtet, auf Plastik zu verzichten, sagt Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbandes. Den Glühwein gab es an seinem Stand schon immer in Pfandbechern, jetzt seien auch die Strohhalme, die aus einem kompostierbaren Granulat sind, biologisch abbaubar.

Strohhalme sind biologisch abbaubar. Barbara Ruppert und Bruder Konrad Ruppert mit den neuen Produkten.

„Die Resonanz der Gäste auf die plastikfreien Produkte ist super“, sagt Ruppert. Bei dieser Sache nehme der Kasseler Weihnachtsmarkt gern eine Vorreiterrolle ein. Ruppert geht davon aus, dass in zwei Jahren alle Märkte in Deutschland plastikfrei sein müssen.

„Es gibt für Popcorn und Äpfel keine Alternativen“

Natürlich gibt es auch immer noch Ausnahmen. Die Stände mit Naschwerk können (noch) nicht ganz auf Plastikverpackungen verzichten. „Es gibt für Popcorn und Äpfel keine Alternativen“, sagt Britta Schellberg, die ihren Stand auf dem Königsplatz hat. Das Popcorn, wie im Kino in offenen Eimern zu verkaufen, da mache das Gesundheitsamt nicht mit. Und wenn die Lebkuchenherzen nicht in Plastikfolie, sondern in Papier verpackt sind, könne man nicht mehr lesen, was darauf steht. 

„Wir versuchen dennoch, die neuen Regeln umzusetzen, so gut es eben geht“, sagt Schellberg. Statt Plastiktüten für alle Einkäufe gibt es jetzt Papiertüten. Die Schaustellerin macht darauf aufmerksam, dass die in der Anschaffung 17 Cent kosten – und damit wesentlich teurer als jene aus Plastik sind. Gebrannte Mandeln gibt es natürlich schon immer in Papiertüten.

Seit 20 Jahren auf Plastik verzichtet 

Auch am Schweden-Finnen-Stand von Annika Salonen auf dem Königsplatz muss nichts verändert werden. „Wir verzichten schon seit 20 Jahren auf Plastik.“ Elchburger und Feuerlachs werden auf Porzellantellern, auf die es Pfand gibt, ausgegeben. Christa und Werner Fey aus Fuldabrück, die dort gestern eine Portion Lachs gegessen haben, finden das sehr vernünftig.

Bei Annika Salonen kann man Wasser in mitgebrachte Flaschen füllen.

Selbst die Einwegverpackungen zum Mitnehmen hat Salonen von den Ständen verbannt. Die Kunden werden aufgefordert, ihre Verpackungen von zu Hause mitzubringen, wenn sie Speisen mitnehmen wollen.

Die Schaustellerin denkt auch darüber nach, ob es nicht klimafreundlicher und deshalb sinnvoll wäre, alle Heizstrahler von den Ständen zu verbannen. Stattdessen könnten sich die Gäste wärmer anziehen und man könnte an sie Decken verteilen. Schließlich sei man auf dem Weihnachtsmarkt.

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