Von 123 Ständen sind 17 sehr gut

Weihnachtsmarkt: So gut ist der Service in Kassel

Kassel. Selbst wenn der Glühwein schmackhaft ist und die Bratwurst knackig - ein schlechter Service kann den Besuchern des Weihnachtsmarkts das Vergnügen vermiesen. Bei einem HNA-Service-Test schnitten nur sieben der 123 Stände schlecht ab. An der Mehrheit wird man gut bedient.

Die gute Nachricht also trotz des kleinen Spitzenfeldes: Die Wahrscheinlichkeit, richtig mies behandelt zu werden, ist auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt gering.

Offene, freundliche Art, gute Bedienung: Der Stand auf dem Königsplatz an dem Stefanie Lange und Abraham Henrici Fleecemützen und ähterische Öle anbieten, bekam von den Service-Testern Petra Feist-Dietrich und Jens Groeneveld die Bestnote.

Oft braucht es gar nicht großer Worte, damit der Kunde sich wohlfühlt, sagt Petra Feist-Dietrich, die selbst ein Schuhgeschäft betreibt und für uns Service-Testerin auf dem Weihnachtsmarkt war. „Blickkontakt, ein Lächeln, eine offene Geste - dann ist schon viel gewonnen.“ Wer die Gäste am Stand erst gar nicht beachtete, bekam von den beiden Testern entsprechend schlechte Noten.

„Das Negativ-Erlebnis für mich war, dass an einem Stand der Verkäufer einfach mit dem Handy weitertelefonierte ohne Notiz zu nehmen“, sagt Jens Groeneveld von der Unternehmensberatung Müller + Partner. Einen miesen Eindruck hat auch ein Mann an einem Kunsthandwerk-Stand bei Petra Feist-Dietrich hinterlassen, der auf eine Nachfrage zu seinem Produkt einsilbig reagierte. „Das war fast schon pampig.“ Obendrein habe der Mann sich während des Gesprächs eine Zigarette angezündet. Natürlich handele es beim Abschneiden des 123 Stände jeweils nur um eine Momentaufnahme, betont Feist-Dietrich. Aber auch bei den Weihnachtsmarktbesuchern zähle ja der erste Eindruck.

Unsere Tester

Petra Feist-Dietrich (55) ist im Vorstand der City-Kaufleute und Inhaberin des Schuhauses Feist an der Wolfsschlucht. Die Mutter eines erwachsenen Sohnes lebt mit ihrem Mann in Kassel.

Jens Groeneveld (28) ist Trainer und Berater bei der der Unternehmensberatung Müller + Partner. Er lebt mit seiner Partnerin in Niestetal. Unterstützt hat die beiden Tester außerdem Maike Hock (26), ebenfalls Mitarbeiterin von Müller + Partner.

Gerade auf dem Weihnachtsmarkt hätten die Gäste hohe Erwartungen an eine angenehme, heimelig-warme Atmosphäre, sagt Ilka Jastrzembowski, Geschäftsführerin von Müller + Partner, die vor den Marktbeschickern bereits Ende November einen Vortrag über Service und Kundenorientierung gehalten hat. „Als Standbetreiber sollte man sich in der Rolle des Wunscherfüllers und der guten Fee sehen.“ Ein freundliches, einladendes Auftreten und gute Beratung seien kein Selbstzweck, sagt Jastrzembowski, sondern zahle sich aus. „Das ist wie beim gutmütigen Sterntaler, wo am Schluss die Goldmünzen in die Schütze fallen.“

Es gehe nicht nur darum, ein gutes Produkt zu haben und es schön zu präsentieren, sagt auch Petra Feist-Dietrich. „Es werden immer auch Emotionen gekauft.“ Deshalb lege Kassel Marketing als Veranstalter auch viel Wert auf Freundlichkeit der Menschen hinter den Tresen, sagt Andrea Behrens von Kassel Marketing. „Da können wir noch so viel Lichterglanz und Tannengrün einsetzen - wenn die Atmosphäre an den Ständen ungemütlich ist, fühlt sich der Besucher nicht wohl.“ Bei einer repräsentativen Besucherbefragung vor zwei Jahren waren 98 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden mit der Händlerfreundlichkeit. In diesem Jahr, hofft Andrea Behrens, zaubern viele Standbetreiber den Gästen wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Von Katja Rudolph

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Service und Freundlichkeit auf dem Weihnachtsmarkt? Das möchten wir in den Kommentaren gern von Ihnen wissen.

Video: So schön ist der Kasseler Weihnachtsmarkt

Rubriklistenbild: © Fotos: Zgoll

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