Polizei ermittelt

Weil Fußball auf sein Auto flog: Fremder ohrfeigte Zehnjährigen

Schläge mit Folgen: Niclas Ochonski (Mitte) und sein Freund Julien haben am Montag Fußball an der Meißnerstraße gespielt. Als der Ball ein geparktes Auto berührte, verpasste dessen Besitzer dem zehnjährigen Niclas eine so heftige Backpfeife, dass der Junge hinfiel. Vater Thomas Ochonski hat Strafanzeige gestellt. Foto: Rudolph

Kassel. Diesen Fehlpass wird der zehnjährige Niclas so schnell nicht vergessen: Weil ein Ball versehentlich auf einer Motorhaube landete, schlug der Fahrer des Wagens zu.

Der Grundschüler kickte am Montag gegen 18 Uhr an der Meißnerstraße an der Ecke zur Leuschnerstraße (Helleböhn) mit drei Klassenkameraden einen Fußball hin und her. Als der Ball aus Versehen auf die Motorhaube eines geparkten Autos flog, rastete dessen Fahrer offenbar aus. Der Mann, der in einem benachbarten Imbiss angestanden hatte, stürzte auf den Jungen zu und schlug ihm derartig heftig ins Gesicht, dass er stürzte.

Niclas’ Vater Thomas Ochonski ist auch am Tag danach noch fassungslos über das aggressive Verhalten des Fremden: „Das ist doch Wahnsinn, so eine Gewalt gegenüber einem wehrlosen Kind.“ Er hat Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Der Autofahrer war, nachdem er den Jungen niedergeschlagen hatte, in seinen Wagen gestiegen und weggefahren. Über das Kennzeichen, das die Kinder sich merkten, hat die Polizei einen Tatverdächtigen ausfindig gemacht, einen jungen Mann aus Kassel. Dieser soll jetzt zu dem Vorwurf befragt werden.

Niclas hat sich inzwischen wieder beruhigt. Die Schürfwunden an den Knien und Ellbogen von dem Sturz und die noch druckempfindliche Wange zeugen aber noch von dem Vorfall. Gegenüber der Zeitung gibt sich der Grundschüler tapfer. „Ist nicht mehr schlimm“, sagt er.

Als „Rotzlöffel“ beschimpft

In Tränen aufgelöst hatte er am Montag, nachdem der fremde Mann ihn zu Boden geschlagen hatte, seinen Vater angerufen. „Der Junge war richtig verstört, als ich ankam“, schildert Thomas Ochonski. Der Autofahrer war da schon weg. „Der hat uns noch als Rotzlöffel beschimpft, sich dann seinen Döner aus dem Imbiss geholt und ist weggefahren“, schildert Niclas. „Und unsere Cola-Flasche hat er noch weggetreten – so doll, dass sie richtig weit geflogen ist“, ergänzt sein Freund Julien, der mit dabei war.

Die Reaktion des Mannes sei ihm unbegreiflich, sagt Niclas’ Vater. „Wenn in so einem Fall ein Schaden am Auto entsteht, nimmt man Kontakt mit den Eltern auf und regelt die Sache dann über die Versicherung“, sagt der 47-Jährige, der Vater von drei Söhnen ist, und schüttelt den Kopf. Ihm ist es wichtig, dass der Autofahrer zur Rechenschaft gezogen wird: „Wenn man da nichts macht, und der einfach so davonkommt, dann schlägt er vielleicht das nächste Mal mit der Faust zu.“

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