Umweltverband BUND spricht sich gegen zwei Museums-Neubauten aus

BUND gegen Bebauung: Der Kasseler Weinberg soll frei bleiben

Kassel. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht Front gegen die zwei geplanten Museumsneubauten auf dem Weinberg. Die Stadt will dort ein neues Brüder-Grimm-Museum bauen, das Land Hessen ein neues Tapetenmuseum errichten.

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„Die ungewöhnlich hervorstechende Lage auf hohem Plateau verträgt unserer Ansicht nach keine Bebauung mit zwei neuen Gebäuden“, erklärt Otto Löwer vom hessischen Landesvorstand des größten deutschen Umweltverbandes. Gerade weil der weit sichtbare Weinberg ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt sei, müsse er von einer Bebauung frei bleiben, fordern Löwer und Wilfried Bonnet, Vorstandsmitglied des BUND-Kreisverbandes Kassel.

Nur sehr wenige Großstädte in Deutschland hätten im Stadtgebiet einen landschaftlich und historisch derart schönen Ort, der sich als „Balkon der Stadt“ beschreiben ließe. Die herausragende Lage des Weinbergs müsste für Kommunalpolitiker und Bürger Motivation genug sein, „mit diesem Ort behutsam und weitsichtig umzugehen“, fordert Bonnet.

Stattdessen sei das gesamte Weinberggelände seit Jahrzehnten immer wieder im Zugriff von Planern, Politikern und Investoren gewesen. Die ehemaligen Henschel-Villen und der Henschelgarten seien weitgehend zerstört und umgestaltet. Die massive Wohnanlage mit Hochstraße habe das Stadtbild weitgehend zerstört und verhindere die Nutzung durch die Bevölkerung als Stadtteilpark.

Der BUND bekenne sich ausdrücklich zu den Plänen, die Kasseler Museumslandschaft auszubauen und attraktiver zu gestalten, bekräftigen Löwer und Bonnet. Warum dafür aber der Weinberg bebaut werden soll, erschließe sich dem BUND aber nicht. Auch wenn die geplanten Museumsbauten an den Rändern platziert werden sollen, werde die hervorragende topographische Lage erheblich beeinträchtigt. Die Neubauten würden nicht nur vom Fürstengarten aus den freien Rundblick gefährden, sondern auch die Ansicht von Süden her negativ verändern.

Bürgerbeteiligung gefordert

Die Umweltschützer schlagen deshalb vor, eine vollständige Betrachtung aller Alternativen unter stadtplanerischen Gesichtspunkten vorzunehmen. Insbesondere sollten auch leer stehende Gebäude im Stadtgebiet für die neuen Museen begutachtet werden. Zudem fordert der BUND die Stadt Kassel auf, eine Bürgerbeteiligung für die neuen Museumsstandorte zu organisieren. (ach) Fotos: Henke, nh

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