Kultur-Projekte in der Südstadt

Weinberg-Unterführung mit Graffiti ausgeschmückt

Farbrausch: Der Graffiti-Künstler Dominik Kramer (Eost) ist einer von vielen Kreativen, die zur Gestaltung des Weinberg-Tunnels beigetragen haben. Fotos: Malmus 

Kassel. Er hat sich optisch verwandelt und soll zu einem Ort für Kunst und Kultur werden: der Tunnel vom Philosophenweg Richtung Karlsaue. Junge Künstler und Kinder haben den vor Kurzem noch düsteren Ort mit Spraydosen und Farbtöpfen in ein Kunstwerk verwandelt.

Auch als Publikumsmagnet für Veranstaltungen hat der Tunnel seine Feuerprobe bestanden: Zu den Rap- und Hip-Hop-Konzerten, die hier während des Südstadtgalerienfestes stattfanden, bevölkerten mehrere Hundert Menschen den Tunnel. Für die Zeit der Party war der Philosophenweg für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch als Veranstaltungsort für klassische Konzerte hat der Tunnel bereits gut funktioniert.

Auf den Weg gebracht hat das Tunnelprojekt die Gruppe R-U-E „Raum für urbane Experimente“. Sie besteht aus angehenden Stadtplanern, Architekten und Produktdesignern um die Professorin Heike Klussmann. Ein halbes Dutzend junge Planer arbeitet seit September an einem Konzept, „um ungenutztes Potenzial an öffentlichen Räumen aufzuzeigen und urbane Kultur in das Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagt die angehende Architektin Tanja Simonovic.

Freuen sich über neue Räume für Kultur und andere Veranstaltungen: Galerist Tobias Rasch (links) und Elmar Erdmann, Stadtteilbotschafter der Südstadt.

Als zweiten verborgenen Ort haben sie die Unterführung am Holländischen Platz ins Visier genommen. „Innerhalb eines Jahres wollen wir beide Orte aktivieren und Möglichkeiten schaffen, sie neu wahrzunehmen.“ Die Anregung, sich des Weinberg-Tunnels anzunehmen, kam von Tobias Rasch, der an der Frankfurter Straße eine Galerie betreibt.

Finanziert wurden die Aktivitäten mit eingeworbenem Stiftungsgeld, unter anderem von der Kasseler Sparkasse. Ideelle Unterstützung gab es von der Stadtverwaltung und vom Ortsbeirat Südstadt. Kooperationspartner ist die benachbarte Friedrich-Wöhler-Schule. Nun werden die Örtlichkeiten zunächst bis September bespielt, sagt Simonovic. Unter anderem gibt es am Weinberg einen 25 Quadratmeter großen Raum, der bis jetzt verschlossen war und künftig als Galerie genutzt werden könne. „So erhalten die Orte einen sich immer wieder verändernden Charakter für alle Generationen und Gesellschaftsschichten.“

Nach einem Konzept von Dustin Schenk haben 40 regionale Künstler die Wandgestaltungen der Räume realisiert. Drei Bands sowie zwei DJ sind bis jetzt aufgetreten. Für Sommer sind unter anderem Theater-Vorführungen, Poetry-Slam-Vorträge, Zirkusaktionen und eine Modenschau geplant. Infos und Kontakt: Verein Raum für urbane Experimente, E-Mail: info@r-u-e.de

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