An der Frankfurter Straße etablieren sich immer mehr Galerien und Künstler

Galerien, Künstler, Kunst: Der Weinberg zieht die Kreativen an

Letzte Schönheitsreparaturen: An der Frankfurter Straße Ecke Heckerstraße hat der Verein Kunst-Werkstatt seine Südstadtgalerie eröffnet. Unser Foto zeigt (von links) Fliesenleger Marco Himpenmocher und die Vereinsmitglieder Yon Hille, Wolfgang Rauchbach-Falk und Nicole Jüttner. Fotos: Hein

Südstadt. Wie im Zeitraffer wird in der Südstadt ein leer stehendes Geschäft nach dem anderen bezogen. Es wird renoviert, repariert, gestrichen. „Die Frankfurter Straße, vor allem der Bereich am Weinberg, zieht Galeristen und Kreative nur so an“, sagt Harald Doenst, der Ortsvorsteher der Südstadt.

Der Weinberg im Regiowiki

Für sie sei das Quartier aufgrund seiner Nähe zur Kunsthochschule an der Aue sehr attraktiv. Aktuell ziehe auch die nahende documenta Kunstschaffende an den Weinberg. Dort sollen bekanntlich nicht nur die Stollen von documenta-Gästen in Augenschein genommen werden. Auch der oberirdische Weinberg wird d13-Standort sein.

Den Anfang zum Galerien-Viertel machte vor drei Jahren Tobias Rasch, der an der Frankfurter Straße 72 über ein paar Treppenstufen erreichbar, eine Galerie eröffnete, wo er hauptsächlich Werke junger Absolventen der Hochschule ausstellt. Später kamen Ulrike Petschelt (Nummer 62) und Melanie Vogel mit der „Warte für Kunst“ (Nummer 54) hinzu. Zur jüngsten gemeinsamen Ausstellungseröffnung gab es mit der Südstadtgalerie einen Neuzugang. Sie wurde Ende April vom Verein Kunstwerkstatt Kassel an der Ecke Heckerstraße eröffnet. Zuletzt war hier ein türkischer Lebensmittelladen Mieter.

Neu: Gita Wikullil bietet an der Frankfurter Straße 58 einen Treffpunkt für Architektur, Design und Kunstgewerbe an. Sie verkauft auch Designerarbeiten wie diese Taschen.

Inzwischen drängen sich die Kreativen im Abschnitt zwischen neuem Kirchenladen, Café Kaffeekunst, Flamencostudio Fuego und Weinberg-Krug. Ende April hat hier auch die Kölner Designerin Gita Wikullil ihren in Schwarz und Weiß gehaltenen Laden eröffnet. Sie nennt ihr Fachgeschäft für Modellbau „Treffpunkt Architektur, Design, Kunstgewerbe“ und legt Wert darauf, „offen für jeden Besucher“ zu sein. „Ich mag Gesellschaft und finde die Atmosphäre an der Frankfurter Straße klasse.“ Seit drei Jahren ist die 29-Jährige Wahl-Kasselerin: „Ich freue mich riesig auf die documenta.“ Und sie freut sich auf ihre neuen Nachbarn, die sich laut Plakat im Schaufenster mit ihrer Geschäftseröffnung für den 31. Mai angekündigt haben.

Es handelt sich um die Gruppe „Supertokonoma“ um den Illustrator René Rogge. Sie wollen Nachwuchskünstler einladen, ihre Arbeiten auszustellen und vor Ort auch gleich zu wohnen. Abends soll es ein Filmprogramm und Lesungen geben.

Eine Frischzellenkur mit hauptsächlich studentischem Publikum erlebt in diesem Umfeld auch die Gaststätte Weinberg-Krug. Die hat vor einem halben Jahr Hochschulmitarbeiter Christoph Lutz übernommen und schnell zur Kult-Kneipe etabliert. „Es ist angesagter, sich am Weinberg zu verabreden als im Vorderen Westen“, sagt Wikullil. Sie werde in letzter Zeit von Vielen aus der Kreativ-Szene gefragt: „Gibt’s am Weinberg noch was zu mieten?“

Von Christina Hein

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