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Weinhändler Kristian Kuhn verlässt die Markthalle in Kassel

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Von: Axel Schwarz

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Abschied nach 16 Jahren: Kristian Kuhn vor seiner Weinhandlung in der Markthalle.
Abschied nach 16 Jahren: Kristian Kuhn vor seiner Weinhandlung in der Markthalle. © Axel Schwarz

Nach 16 Jahren gibt Weinhändler Kristian Kuhn seine Verkaufsfläche mit Bistro in der Kasseler Markthalle auf. Noch bis Heiligabend läuft dort der Betrieb.

Kassel – Bei Stammkunden hat es sich schon mit Bedauern herumgesprochen: Im Untergeschoss der Markthalle wird zum Jahreswechsel eine ausgedehnte Marktstand- und Gastronomiefläche frei. Weinhändler Kristian Kuhn gibt nach 16 Jahren sein Geschäft im Marstall auf, das neben rund 300 Weinsorten auch Sekt, Spirituosen, Kaffee und Feinkostartikel führt.

Auch ein Bistro ist angegliedert, das über die Jahre ein beliebter Treffpunkt für viele Marktkunden war und zuletzt wegen der Corona-Pandemie monatelang geschlossen bleiben musste. „Seit wir dort wieder aufhaben dürfen, zündet das aber nicht mehr so richtig“, berichtet Kuhn.

Auch beim Weinverkauf seien die Umsätze rückläufig. „Ich hatte von meinem Geschäft immer gut leben können“ – es rechne sich aber inzwischen nicht mehr, sagt der 53-Jährige, der sein Marktgeschäft mit Unterstützung mehrerer studentischer Minijobberinnen in Kassel betreibt.

Kassel: Weinhändler Kuhn könnte sich Rückkehr in die Markthalle vorstellen

Bereits im Sommer hat sich Kuhn fürs Aufhören entschieden und nun vor Kurzem seinen Pachtvertrag gekündigt. Mögliche Nachfolger für den Weinhandel zu finden habe für ihn keine Priorität, sagt Kuhn. Er sei vielmehr auf Ausverkauf eingerichtet und werde nach dem letzten Geschäftstag am 24. Dezember nur noch Aufräumarbeiten nach den Festtagen machen.

In Kuhns Erzählungen klingt an, dass auch Skepsis und Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Markthalle eine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt haben. Eine längere Umbauphase mit entsprechenden geschäftlichen Provisorien wolle er sich jedenfalls ganz gewiss nicht antun, sagt der IHK-zertifizierte Weinfachberater und gelernte Immobilienkaufmann.

Im neuen Jahr werde er erst mal eine Auszeit nehmen, mit seinem Campingmobil unterwegs sein „und mir dann neue Aufgaben suchen“, sagt Kristian Kuhn. Nach all den Jahren verlasse er die Markthalle „mit einem weinenden Auge“. Wenn der Marstall später einmal fertig umgebaut sei, schließe er aber nicht aus, sich dann noch mal unter geänderten Umständen mit dem Betrieb eines „kleinen Bistros“ in der Markthalle zu beschäftigen.

Markthalle in Kassel: Kuhn übernahm Verkaufsstand im Jahr 2005

Der Wein-Stützpunkt im Untergeschoss hat Tradition seit den 1990er-Jahren, als die Kasseler Weinhandlung Schluckspecht mit einem Verkaufsstand samt Bistro in die Markthalle einzog. Als der frühere Filialbetreiber Michele Messina sich dann 2005 eigenen gastronomischen Projekten widmen wollte, übernahm Kristian Kuhn den Standort auf eigenen Namen und eigene Rechnung.

Bis heute ist Schluckspecht noch Lieferant einiger Weine im Sortiment, zugleich hat Kuhn diverse deutsche und französische Winzer per Direktbezug bei Kassels Kunden etabliert. Diese Weine sollen in Zukunft bei Schluckspecht erhältlich sein, sagt der scheidende Markthändler. (Axel Schwarz)

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