Umbaukosten von einer Million Euro

Weinkeller unter dem A.R.M. wird Veranstaltungshalle

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Verschont von den Bomben: Der Keller der Weingroßhandlung Gundelach überstand den Zweiten Weltkrieg. Über dem Keller an der Werner-Hilpert-Straße liegt heute der Club A.R.M.

Kassel. Der Wein im Keller des Weingroßhändlers Gundelach brauchte seine Zeit bis zur Reife. So war es auch mit der Idee, die Ralph Raabe, Gründer der Lolita Bar und Betreiber des Clubs A.R.M., seit Jahren mit sich herumträgt.

Bis April will er den alten Weinkeller, der den Krieg unbeschadet überstanden hat und unter dem heutigen A.R.M. liegt, zu einer Veranstaltungshalle umbauen. Die ersten Umbauarbeiten haben jetzt begonnen. Die Kosten liegen bei fast einer Million Euro.

Bis 1964 hatte die Weingroßhandlung Gundelach auf dem Grundstück an der Werner-Hilpert-Straße 22 ihren Sitz. Heute tummelt sich dort jedes Wochenende das Partypublikum. „Wir platzen aus allen Nähten und wollen uns deshalb erweitern“, sagt Raabe. Der 46-Jährige hatte 2010 das 2500 Quadratmeter große Grundstück mit dem darunter liegenden Weinkeller bei einer Zwangsversteigerung gekauft.

Bilder des Weinkellers

Der Weinkeller unter dem A.R.M. in Kassel

1940er-Jahre: Von dem Gebäude blieb nur der Keller völlig erhalten.

Sobald der Weinkeller hergerichtet ist, sei dort Platz für weitere 800 Gäste. Geplant seien ein erweiterter Discobetrieb, aber auch kulturelle Veranstaltungen. Das Gewölbe sei in zwei Bereiche unterteilt, in denen jeweils eine Bühne entstehe.

In einem Raum, in dem später die Toiletten eingerichtet werden sollen, haben bereits Handwerker mit der Arbeit begonnen. Sie entfernen die massiv gebauten Weinregale. Auch ein alter Lastenaufzug ist wieder in Gang, und die Räume sind entrümpelt.

Erste Umbauarbeiten: In diesem Raum sollen die Toiletten entstehen. Zunächst müssen aber die Weinregale weichen.

Dies ist aber erst der Anfang: Um dem Brandschutz gerecht zu werden, entsteht ein weiteres Treppenhaus, das in den Hof des Grundstückes führt. Zudem müssen die Räume trockengelegt sowie Lüftungstechnik, Heizung und neue Stromleitungen installiert werden. „Die intensive Umbauphase beginnt nach der documenta“, sagt Raabe. Mit dem Umbau rücke ein wichtiges Stück Kasseler Bauhistorie wieder stärker ins Bewusstsein der Kasseler.

Die Weinhandlung Nicolaus Gundelach war 1786 gegründet worden und ab 1864 in dem als „Weinkirche“ bekannten Haus an der Werner-Hilpert-Straße beheimatet. Das Gebäude hatte der in Kassel lebende Architekt Georg Gottlob Ungewitter entworfen, der sich der Neugotik verschrieben hatte.

Raabe war 1992 als Mieter auf das Grundstück gezogen und eröffnete mit Dirk Wachhol die Lolita Bar.

Von Bastian Ludwig

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