Mineralöl-Konzern hat Probleme mit Nachschub

Weiterhin Treibstoff-Engpässe an Kasseler Aral-Tankstellen

Unser Foto zeigt die Aral-Tankstelle an der Frankfurter Straße in der Kasseler Südstadt, wo es Montagvormittag nicht mehr Kraftstoffsorten gab. Foto: Spieker

Kassel. Der Mineralöl-Konzern Aral hat weiter Probleme seine Tankstellen in der Region mit Kraftstoff zu beliefern. Zwar waren am Montag an vielen Aral-Stationen in Kassel und Umgebung wieder alle Kraftstoffsorten erhältlich, aber längst nicht an allen.

Engpässe gab es weiterhin an der Tankstelle Frankfurter Straße in der Südstadt, wo Kunden kein Ultimate-Diesel bekamen. An der Leuschnerstraße in Niederzwehren war der normale Diesel aus. Allerdings konnten Kunden dort zum gleichen Preis den sonst etwas teureren Ultimate-Diesel tanken. An den übrigen vier Stationen im Stadtgebiet (Kohlenstraße, Holländische Straße, Fuldatalstraße und Nürnberger Straße) waren alle Kraftstoffsorten erhältlich.

Lieferprobleme gab es auch an Tankstellen im Umland. So konnten Autofahrer bei Aral in Niederkaufungen am Montag keinen Diesel tanken.

Offenbar war das zentrale Lager von Aral in Kassel zeitweise vollständig geleert. Dem Vernehmen nach wurden Tankstellen in der Region vorrübergehend vom Lager-Standort im niedersächsischen Salzgitter versorgt.

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Am Montag sei das zentrale Lager in Kassel wieder versorgt worden, versicherte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg auf Anfrage. Für die kommenden Tage sei mit einer "schrittweisen Verbesserung" zu rechnen, weil nach und nach Bestände aufgefüllt würden. "Aber ich warne vor zu viel Optimismus", so Brandenburg. Es sei nach wie vor Ferienzeit, was ein Grund für den Engpass gewesen sei. Hauptgrund sei die derzeit sehr hohe Nachfrage. Schließlich seien die Kraftstoffpreise auf sehr niedrigem Stand, gab Brandenburg zu Bedenken.

Von Tankstellen anderer Marken in Kassel wurden vergleichbare Engpässe nicht bekannt. Warum nur Aral betroffen ist, konnte Brandenburg nicht erkären. "Über die Transportlogistik unserer Wettbewerber kann ich nichts sagen."

Aktualisiert um 18.20 Uhr.

Am Wochenende hatte Aral die Engpässe mit mehreren Faktoren begründet. Probleme habe es durch den Streik der Lokführer gegeben, der sich auch auf den Güterverkehr auswirkte. Hinzukam eine hohe Nachfrage wegen des Ferienbeginns und die derzeit vergleichsweise niedrigen Spritpreise. Außerdem werde gerade von Sommer- auf Winterdiesel umgestellt.

Beim ADAC kann man sich den Engpass an den Aral-Tankstellen in Nordhessen und Südniedersachsen nicht so richtig erklären. Bundesweit beobachte der Automobilclub vergleichbare Probleme nicht, sagte Pressesprecher Andreas Hölzel auf Anfrage.

Richtig sei, dass die Ferienzeit mit dem Bahnstreik zusammengefallen ist. Dennoch sei es nicht so verkehrsreich gewesen wie noch vor dem Wochenende vorausgesagt. "Es war nicht besonders dramatisch", sagte Hölzel. (clm)

Das sagt der Minalölverband

Das Problem der Lieferengpässe treibe derzeit alle Unternehmen um, sagte Alexander von Gersdorff, Pressesprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes. „Das betrifft den ganzen Markt.“ Als Grund sieht er, dass viele Faktoren zusammenkommen: Neben der Ferienreisewelle habe gutes Wetter am Wochenende für erhöhtes Verkehrsaufkommen gesorgt. „Es waren viele Ausflügler unterwegs“, so von Gersdorff. Noch dazu seien die Kraftstoffpreise sehr niedrig – „und das zu Ferienbeginn“, für von Gersdorff ein Beleg, dass die Preise im Wettbewerb zustandekommen, auch wenn anderes behauptet werde. Verschärfend hinzugekommen sei der Lokführer-Streik, der im Güterverkehr einen Tag länger dauerte als im Personenverkehr. (clm)

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