Vorwürfe gegen Magistrat und Rathauskoalition

Weiter Streit um Freibäder

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Zukunft weiter unklar: Das Schwimmbad im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe aus der Vogelperspektive. Für die zehn Millionen Euro teure Sanierung der beiden städtischen Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen fehlt das Geld.

Kassel. Die Zukunft der beiden städtischen Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen ist weiter unklar. Nach Einschätzung der Städtischen Werke als Badbetreiberin könnten beide Schwimmbäder 2013 noch mal öffnen, 2014 aber nicht mehr.

Für eine notwendige und bis zu zehn Millionen Euro teure Sanierung ist kein Geld da.

Die unklare Situation sorgte im jüngsten Stadtverordnetenausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen erneut für heftigen politischen Streit. CDU und Linke, die beide Bäder erhalten wollen, warfen dem Magistrat und der rot-grünen Rathauskoalition Untätigkeit und Hinhalte-Taktik vor.

Seit Mai dieses Jahres hätten die Stadtverordneten vom Magistrat nichts mehr zu den beiden Freibädern gehört, kritisierte Kai Boeddinghaus (Linke). Dabei gebe es den bindenden Stadtverordnetenbeschluss, beide Bäder zu erhalten und zu sanieren. Beide maroden Badeanstalten wieder auf Vordermann zu bringen, würde für das Bad in Wilhelmshöhe etwa sechs und für das Bad in Harleshausen etwa vier Millionen Euro kosten.

Das Unbehagen der Linken werde von der CDU geteilt, sagte Georg Lewandowski. Der Magistrat sei in der Frage der Badsanierung untätig. „Die Bürger wollen aber wissen, ob sie im nächsten Jahr in Wilhelmshöhe und Harleshausen schwimmen können“, bekräftigte Lewandowski. Es gebe vom Magistrat keine Erklärung, was passieren soll. Das habe wohl auch damit zu tun, dass SPD und Grüne versuchten, in Hinterzimmern das Problem zu regeln. Insbesondere diesen Vorwurf der Hinterzimmerpolitik wiesen Stadtverordnete der SPD und der Grünen zurück.

Ein Antrag der Fraktion der Linken, die Freibadsaison 2013 zu sichern, wurde mit großer Mehrheit dem Stadtparlament zur Annahme empfohlen. Der Magistrat soll dafür Sorge tragen, dass die Städtischen Werke, die beide Bäder betreiben, trotz der unklaren Situation auch in diesem Jahr mit Wintersicherungsmaßnahmen dafür sorgen, dass in den Schwimmbädern nicht noch größere Schäden entstehen.

Von Jörg Steinbach

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