CDU, Grüne und Unabhängige wollen Einzelhandel ermöglichen - SPD spricht von Verdrehung

Weiter Zwist über Zukunft von Salzmann

Bettenhausen. Drei Fraktionen im Ortsbeirat Bettenhausen sprechen sich dafür aus, eine Mischnutzung mit Einzelhandel auf dem Salzmann-Gelände zu ermöglichen. 8000 Quadratmeter für Handel, Kulturinitiativen, Gastronomie und Studentenwohnungen seien eine realistische Perspektive und wahrscheinlich die letzte Möglichkeit für den Erhalt des Kulturdenkmals.

So sehen es die Vertreter von CDU, Grünen und Unabhängigen, die sechs von elf Ortsbeiratsmitgliedern stellen. Von der Stadt erwarte man eine unvoreingenommene Prüfung neuer Konzepte des Eigentümers Dennis Rossing, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Alfons Fleer (Grüne).

Steine keine Deponie

Die ehemalige Schwerweberei sei das kulturhistorisch wertvollste Industriedenkmal weit und breit. Die Gebäude seien stadtteilprägend und identitätsstiftend. Die Steine, die nach dem Abriss der Hallen und eines Gebäudeflügels noch auf dem Grundstück liegen, sollten für einen Neubau genutzt werden. Eine genehmigungspflichtige Deponie sehe man darin im Gegensatz zum Regierungspräsidium nicht.

Die Mehrheit im Ortsbeirat verwahre sich dagegen, dass der Konflikt um Ladengrößen sowie die Relevanz für die Innenstadt personalisiert und Eigentümer Dennis Rossing beschimpft werde. Fleer: „Wir hoffen, dass auch die Mitglieder der SPD, die in der Rathauspolitik eingebunden sind, inklusive des Ortsvorstehers, zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren.“

SPD sieht Schuld bei Rossing

Eine gemeinsame Herangehensweise im Ortsbeirat zeichnet sich allerdings nicht ab. Der unangemeldete Auftritt von Dennis Rossing im Ortsbeirat sei lediglich der Versuch gewesen, nach der CDU auch das Stadtteilgremium zu instrumentalisieren, sagt Volker Zeidler (SPD). Rossing habe immer wieder die Tatsachen verdreht und die Stadt beschuldigt, nichts für das Salzmann-Areal tun zu wollen.

Sinn und Zweck dieser Angriffe sei es, für das nicht zustimmungsfähige Einzelhandelsprojekt öffentlichen Druck zu machen. Daraufhin habe zunächst er und später auch die anderen SPD-Vertreter die Sitzung verlassen. Es gehe nicht an, dass Rossing versuche, die Verantwortung für sein Versagen anderen in die Schuhe zu schieben. (tos)

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