Studentin stammt aus Kassel

Weitere Anklage gegen Lina E.: Mutmaßlicher Linksextremistin wird Körperverletzung vorgeworfen

Anhörung beim Generalbundesanwalt: Das Bild zeigt Lina E., wie sie im November vergangenen Jahres aus dem Hubschrauber in Karlsruhe steigt.
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Anhörung beim Generalbundesanwalt: Das Bild zeigt Lina E., wie sie im November vergangenen Jahres aus dem Hubschrauber in Karlsruhe steigt.

Die Bundesanwaltschaft hat eine weitere Anklage gegen die mutmaßliche Linksextremistin Lina E. erhoben. Neben der Mitgliedschaft in einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung werde ihr nun eine weitere gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Kassel/Karlsruhe – E. soll 2018 zusammen mit drei anderen eine „der rechten Szene zuzuordnende Person“ angegriffen und verletzt haben. E., die aus Kassel stammt und nach HNA-Informationen zuletzt im Stadtteil Kirchditmold gemeldet war, wurde im November an ihrem bisherigen Wohnort Leipzig festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft in der JVA Chemnitz. Sie soll eine linksextreme Gruppe angeführt haben, die laut der Anklage den bestehenden demokratischen Rechtsstaat ablehnt.

Zusammen mit anderen soll sie mehrmals Angehörige der rechten Szene angegriffen haben. Während ihrer Studienzeit in Leipzig soll sich Lina E. im August 2018 der überregional vernetzten Gruppe angeschlossen haben, deren Mitglieder eine „militante linksextremistische Ideologie“ teilen sollen. Dort habe sie eine herausgehobene Stellung gehabt. Beispielsweise habe sie bei Übergriffen das Kommando übernommen, hieß es in der ersten Anklage der Bundesanwaltschaft. Der ungewöhnliche Fall macht seit Monaten immer wieder Schlagzeilen.

Im Mai hatte die Bundesanwaltschaft Anklage gegen sie und drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und der Beteiligung an körperlichen Übergriffen erhoben. Im aktuellen Fall sollen E. und drei andere das Opfer mit Tritten zu Fall gebracht und dann weiter zugetreten und -geschlagen haben. Der Geschädigte habe dabei Verletzungen im Gesicht und einen Kniescheibenbruch erlitten, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Von den bisherigen Anwälten E.s gab es keine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen. Björn Elberling teilte allerdings mit, dass er Lina E. nicht mehr verteidige. Zuletzt hatte es von E.s Anwälten geheißen, dass erhebliche Teile der Anklage nicht nachzuweisen seien. Nach HNA-Informationen soll es, neben dem Leipziger Anwalt Erkan Zünbül, jetzt einen neuen Verteidiger geben. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Lina E. entscheidet das Oberlandesgericht Dresden. Der Prozess soll noch in diesem Jahr beginnen. (afp/kme)

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