Weitere Ausbaupläne noch nicht in der Spur

Für Herkulesbahn und Linie nach Waldau kündigt die KVG neue Untersuchungen an

Herkulesbahn
+
1966 eingestellt: die Herkulesbahn. Für die Reaktivierung werden neue Untersuchungen angekündigt. archiv

Die Verlängerung des Straßenbahnnetzes bis nach Harleshausen sorgt für Diskussionen. Die Tram-Linie in den Nordwesten der Stadt ist aber nicht der einzige gewünschte Streckenausbau.

Kassel – Gefordert wird und geprüft wurde bereits die Reaktivierung der Herkulesbahn und die Verlängerung des Streckennetzes nach Waldau. Wie steht es aktuell um diese beiden Projekte?

Auf Anfrage erklärt dazu die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG), dass sich nach den bisherigen Informationen die Kriterien für eine Förderfähigkeit von Infrastruktur-Neubauprojekten im ÖPNV im Laufe des kommenden Jahres ändern werden. Sowohl für die Herkulesbahn als auch für den Tram-Ausbau nach Waldau kündigt die KVG an: „Wir gehen beide Projekte jetzt neu an.“

Wer gedacht hatte, die Vorhaben wären schon weiter, quasi schon in der Spur, muss sich also noch gedulden. Nachfolgend Informationen und der von der KVG genannte Stand zu den Projekten:

Die Herkulesbahn: Für die Herkulesbahn hat die KVG die Machbarkeitsstudie 2009 abgeschlossen. Darin sei aber der Bergpark Wilhelmshöhe als UNESCO-Welterbe noch nicht berücksichtigt gewesen. Deshalb müssten neue Untersuchungen vorgenommen werden, so die KVG.

Für die Reaktivierung hatte sich in der vergangenen Wahlperiode nicht nur die rot-grüne Koalition im Rathaus ausgesprochen. Auch die schwarz-grüne Landesregierung hatte die Herkulesbahn auf die Liste der Reaktivierungsstrecken gesetzt, für die sie ab 2020 jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen wollte. Anfang 2019 war angekündigt worden, dass die KVG die aktualisierte Machbarkeitsstudie, die etwa Auskunft zu den Kosten des Trassenbaues zwischen Druseltal und Herkules geben soll, im Frühsommer vorlegen werde. Im Sommer 2021 kündigt die KVG an: „Zum Thema Herkulesbahn stehen sicherlich in den kommenden Wochen mit der Stadt Gespräche an, in denen wir über Einzelheiten des weiteren Vorgehens beraten und diskutieren werden.“

Genügend Standfestigkeit: Über die neue Damaschkebrücke könnten die Trams nach Waldau rollen.

Die Tram nach Waldau: Zur Tram-Linie nach Waldau berichtet die KVG, sie habe im Jahr 2010 die Machbarkeitsstudie mit fünf untersuchten Trassenvarianten abgeschlossen. In der Zwischenzeit habe sich aber städtebaulich viel in Waldau geändert. Deshalb seien neue Untersuchungen erforderlich, unter anderem müsse eine überarbeitete Nutzen-Kosten-Untersuchung einfließen. „Die Tram Waldau betrachten wir dann im Zusammenhang mit der Tram Harleshausen.“

Der Zusammenhang: Politisch gewollt ist der Ausbau der Tram-Strecken nach wie vor. So heißt es etwa im Vertrag der grün-roten Koalition in Kassel: „Wir verfolgen die Projekte von Straßenbahnverbindungen nach Harleshausen, Waldau, Lohfelden sowie die Herkulesbahn (...) im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.“ Auch der Klimaschutzrat fordert das.

Den von der KVG genannten Zusammenhang zwischen Harleshausen und Waldau stellten die Grünen bereits zur Kommunalwahl her. Die Tramlinie aus Harleshausen werde nicht am Holländischen Platz enden können. Der weitere Ausbau Richtung Kasseler Osten gehöre deshalb zur Tram nach Harleshausen dazu. In der aktuellen Diskussion spielt der Zusammenhang bisher keine Rolle. (Andreas Hermann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.