Auch bei der Zahl der Wahlberechtigungen in Kassel mussten Werte nachträglich korrigiert werden

Kommunalwahl in Kassel: Weitere Panne mit falschen Zahlen

Kassel. Bei der Feststellung der Zahl der Wahlberechtigten in Kassel gab es eine weitere Kommunalwahl-Panne. Von den Wahlvorständen waren am Wahlabend zusammen mit den Trendergebnissen telefonisch falsche Zahlen ins Rathaus durchgegeben worden. Dies war zunächst nicht bemerkt und dann später korrigiert worden.

Eigentlich steht die Zahl der Wahlberechtigten fest und wird bereits vor einer Wahl im Rathaus in die entsprechenden Ergebnistabellen der insgesamt 200 Wahlbezirke in der Stadt eingetragen. Das sei aber diesmal aus Zeitgründen nicht mehr möglich gewesen, erklärt Helmut Schäfer, der im städtischen Haupt- und Bürgeramt die Abteilung Zentrale Dienste und Wahlen leitet.

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Die städtischen Mitarbeiter hatten diesmal vier Wahlen vorzubereiten und deshalb keine Zeit mehr, die korrekten Wahlberechtigten-Zahlen für die Wahlen des Oberbürgermeisters und der Stadtverordneten bereits vorzugeben. Deshalb sollten die Wahlvorstände in den Wahllokalen die auf der Urkunde für den jeweiligen Wahlbezirk vermerkte Zahl der Wahlberechtigungen diesmal ausnahmsweise telefonisch durchgeben. Doch damit waren einige der Wahlhelfer offenbar überfordert. Und die 40 Erfassungskräfte im Rathaus am anderen Ende der Leitungen hatten keine Möglichkeit, die genannten Zahlen zu überprüfen.

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So kam es zu falschen Tabellenwerten, die unter anderem auch an das Hessische Statistische Landesamt in Wiesbaden gemeldet worden waren. Auch dort hatten unterschiedliche Zahlen der Wahlberechtigten in Kassel für Verwunderung gesorgt.

Mittlerweile stehen die korrigierten Zahlen fest: Bei der Oberbürgermeisterwahl und der Stadtverordnetenwahl gab es laut Schäfer in Kassel jeweils insgesamt 145 654 Wahlberechtigte.

Nach Umzug keine Wahl

Bei den Ortsbeiratswahlen in den Stadtteilen gab es mit 144 885 weniger Wahlberechtigte. Der Grund dafür: Wer nach dem 27. Dezember 2010 innerhalb Kassels in einen anderen Stadtteil umgezogen war, durfte keinen Ortsbeirat wählen - weder im ehemaligen noch im neuen Wohnstadtteil.

Helmut Schäfer

Für die vierte Wahl, die Abstimmung über die Aufnahme der Schuldenbremse in die Hessische Verfassung, gab es in Kassel nur 141 245 Stimmberechtigte. Der Grund: In Kassel lebende Bürger der Europäischen Union, die bei den drei anderen Wahlen zwar über Ortsbeiräte, Stadtverordnete und Oberbürgermeister mitentscheiden konnten, durften nicht an der hessischen Volksabstimmung in Sachen Verfassungsänderung teilnehmen. Archivfoto: nh

Von Jörg Steinbach

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