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Weitere Schäden am Tuffstein: Herkulessanierung dauert bis 2026

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Von: Thomas Siemon

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Noch viel zu tun: Jacek Sobczak bearbeitet den Tuffstein in der zweiten Etage des Oktogons. Die Sanierung wird voraussichtlich noch bis 2026 dauern.
Noch viel zu tun: Jacek Sobczak bearbeitet den Tuffstein in der zweiten Etage des Oktogons. Die Sanierung wird voraussichtlich noch bis 2026 dauern. © Dieter Schachtschneider

Für die Herkulessanierung stellt das Land 41 Millionen Euro zur Verfügung. Die Schäden am Tuffstein sind groß, die Arbeiten werden wohl noch vier Jahre dauern.

Kassel – Wer in den nächsten Wochen hoch zum Herkules schaut, wird dort wieder einmal ein Gerüst wachsen sehen. Seit 16 Jahren läuft die Sanierung von Kassels Wahrzeichen von der Statue über die Pyramide bis zum gewaltigen Oktogon. Es wird wohl noch weitere vier Jahre dauern, bis die Tuffsteinsanierung an der Fassade sowie im Inneren der über 300 Jahre alten Konstruktion abgeschlossen ist. Dieses Ziel nannten Thomas Täschner vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen sowie Norbert Arnold von der Museumslandschaft Hessen Kassel gestern bei einem Ortstermin.

Der Aufwand für die Herkulessanierung ist noch einmal größer geworden. Wirklich gewundert hat das die Fachleute nicht. Denn für das historische Monument kann man bei der Schadensanalyse immer nur in Etappen konkrete Aussagen machen. Für die erste Etage des Oktogons ist das abgeschlossen. Eine Etage höher sind jetzt Fugen freigelegt und Sonden in das Mauerwerk eingeführt worden. Das vorläufige Ergebnis: Es gibt Hohlräume, der Tuffstein hat sich teilweise aufgelöst und muss ersetzt werden. Davon sind auch Stützkonstruktionen betroffen. Das Material für die Steinmetze wird mit einem Kran, der neben dem Herkules steht, nach oben transportiert. Unter anderem müssen die Treppen auf der Ostseite (das ist die, die man von der Stadt aus sieht) erneuert werden.

Riesige Gewölbe: Im Inneren des Oktogons stehen bereits große Gerüste. Draußen werden sie noch angebracht.
Riesige Gewölbe: Im Inneren des Oktogons stehen bereits große Gerüste. Draußen werden sie noch angebracht. © Schachtschneider, Dieter

Ein wichtiger Schritt bei der Sanierung ist ein neues Konzept zur Entwässerung. Bislang floss das Wasser auch an der Fassade über Rohre und Rinnen ab. Dadurch ist viel Flüssigkeit in die Spalten zwischen den Steinen gedrungen und hat für Schäden gesorgt. Jetzt sollen die Feuchtigkeit reduziert und der Abfluss ins Innere des Oktogons verlegt werden. Für all diese Arbeiten sind große Gerüste nötig, die sowohl an der Fassade als auch im Inneren aufgebaut werden. Die Finanzierung für den aktuellen Bauabschnitt ist gesichert. Das Land Hessen stellt für die Herkulessanierung 41 Millionen Euro zur Verfügung.

Für die Besucher ändert sich durch die ab kommender Woche beginnenden Arbeiten nichts. Sie können weiterhin über die Außentreppe auf der Seite des Restaurants Herkulesterrassen hinauf zur Pyramide gehen.

Hoch hinaus: der Kran für den Materialtransport am Herkules.
Hoch hinaus: der Kran für den Materialtransport am Herkules. © Schachtschneider, Dieter

Mittlerweile gibt es auch Fortschritte an der Bauhütte neben dem Herkules. Die historische Konstruktion sollte eigentlich nach der Sanierung als Treffpunkt und Informationsstelle für Fragen rund um die Herkulessanierung dienen. Bislang ist die Hütte aber noch mit einem Bauzaun abgesperrt. Jetzt wurde nach Angaben der MHK endlich ein Elektronikteil für die nächtliche Überwachung geliefert. Deshalb könne man den Zugang zur Bauhütte ab kommender Woche ermöglichen. In der Hütte ist unter anderem ein Nachbau des Herkuleskopfes in Originalgröße zu sehen. (Thomas Siemon)

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