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Weitere Unterkünfte für Geflüchtete in der Region gesucht

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Von: Katja Rudolph

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Unterkunft für Geflüchtete: In Kassel gibt es unter anderem die Erstaufnahme des Landes Hessen in Niederzwehren. Archi
Unterkunft für Geflüchtete: In Kassel gibt es unter anderem die Erstaufnahme des Landes Hessen in Niederzwehren. © Andreas Fischer

Nicht nur aus der Ukraine kommen nach wie vor Geflüchtete in Stadt und Kreis Kassel an. Wie sieht die Unterbringungssituation aus? Wir haben nachgefragt.

Kassel – Noch gibt es freie Plätze in den Flüchtlingsunterkünften in der Stadt und im Landkreis Kassel. Doch angesichts der hohen Flüchtlingszahlen werden die Kapazitäten langsam knapp. Der Kreis Kassel ist bereits auf der Suche nach weiteren geeigeneten Immobilien.

Während die Stadt Kassel aktuell keine neuen Flüchtlinge zugewiesen bekommt, weil sie bereits sehr viele Menschen aufgenommen hat, kommen im Landkreis derzeit rund 60 geflüchtete pro Woche an. Pro Monat also 240 Personen. Das sind viermal mehr als Anfang des Jahres vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, wie Kreissprecher Harald Kühlborn mitteilt.

Neben Kriegflüchtlingen aus der Ukraine kommen Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien und zuletzt auch immer mehr Menschen aus dem Iran an. Insgesamt sind im Landkeis Kassel rund 7500 geflüchtete Menschen registriert.

In den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises stehen ingesamt 2376 Plätze zur Verfügung, von denen aktuell noch 470 frei sind. Um den neu ankommenden Menschen weiterhin eine Bleibe bieten zu können, hält der Kreis bereits Ausschau nach neuen Standorten. „Von Interesse sind dabei insbesondere Immobilien, die bereits für die Unterbringung von Menschen genutzt worden sind, etwa Hotels, Jugendherbergen oder Pflegeeinrichtungen“, sagt der Sprecher.

Der Bund hatte vor wenigen Tagen angekündigt, den Ländern und Kommunen weitere Bundesimmobilien zur Verfügung zu stellen. Ob der Kreis Kassel davon profitieren wird, ist noch nicht bekannt. Er nutzt mit der ehemaligen Kaserne in Fuldatal-Rothwesten aber bereits eine Bundesimmobilie.

Der Stadt Kassel werden seit dem Frühjahr keine Geflüchten mehr nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel über das Land Hessen zugewiesen. Das liegt daran, dass in Kassel schon überproportional viele Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen wurden, heißt es aus dem Rathaus.

Mehr als 3900 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind in Kassel aktuell registriert. Insgesamt leben in der Stadt 14 900 Geflüchtete. Unter den Menschen, die sich um Asyl bewerben, kommt dabei der Großteil aus Afghanistan (40 Prozent), gefolgt von Syrien und Somalia (jeweils 15 Prozent).

Für neu ankommende Geflüchte und Menschen, die sich noch im Asylverfahren befinden, hält die Stadt 48 Gemeinschaftsunterkünfte vor. Darin stehen insgesamt 2100 Plätze zur Verfügung. Aktuell sind noch 450 zur Belegung frei.

„Wir rechnen nicht mit einem erneuten Ansturm hilfesuchender Menschen wie noch zu Beginn des Krieges“, sagt Sozialdezernentin Ilona Friedrich. „Allerdings gehen wir zum Winter hin wieder von moderat steigenden Flüchtlingszahlen aus.“ Daher halte die Stadt Kassel weiterhin kurzfristige Unterkunftsmöglichkeiten bereit, um den Geflüchteten schnell eine Schlaf- und Rückzugsmöglichkeit bieten zu können, so Friedrich.

Das Regierungspräsidium Gießen konnte gestern die aktuellen Zahlen aus den Erstaufnahmen nicht mitteilen – und verwies auf heute.

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