So leben exotische Tiere in Kassel

Erfolgreicher Züchter: Stefan Hoffmann hält eine seiner Krokodilschwanz-Höckerechsen in den Händen. Seit einigen Jahren züchtet er erfolgreich diese Echsenart. Foto: Quanz

Kassel. Mehr als 15.000 artengeschützte Tiere sind beim Regierungspräsidium Kassel gemeldet. Etwa 7400 Tiere leben davon bei privaten Haltern, etwa 7500 bei Züchtern und Gewerbebetrieben.

Die Zahl der gemeldeten Exemplare ist im Vergleich zum Vorjahr um 100 angestiegen. Wir haben Halter besucht, um zu erfahren, was für exotische Tiere in Kassels Wohnzimmern leben.

Welt voll exotischer Tiere

Stefan Hoffmann züchtet chinesische Krokodilschwanz-Höckerechsen

Krokodilschwanz-Höckerechsen. Faltengeckos. Buntleguane. Dass Stefan Hoffmann auch Grünaugengeckos hält, fällt ihm erst im Verlauf des Gesprächs ein. Vier verschiedenen Arten verteilt auf sieben Terrarien bietet der Kasseler ein Zuhause.

Besucher entdecken Hoffmanns Tiere nicht immer auf Anhieb. „Dort oben“, sagt er und deutet mit seinem Zeigefinger in eine Ecke. Hinter Blättern versteckt sitzt ein Faltengecko, der wie ein grüner, dünner, länglicher Frosch aussieht. Völlig regungslos und unbeeindruckt sitzt er auf einem Ast, obwohl eine fremde Person ihn fasziniert anstarrt. Der Buntleguan im Terrarium gegenüber verspeist in Ruhe ein Heimchen. Dabei klammert er sich kopfüber an einem Ast fest.

„Ich wollte schon als kleines Kind exotische Tiere haben“, sagt Hoffmann. Mit fünf habe er zwei Wasserschildkröten bekommen. Als er dann nach Göttingen zum Medizinstudium zog, konnte er die Tiere nicht mitnehmen. Heute ist Stefan Hoffmann leitender Oberarzt für Psychosomatik am Kasseler Klinikum. Die Faszination für exotische Tiere blieb.

„Ich halte aber nur noch Tiere aus den Tropen“, sagt Hoffmann. Wüstentiere seien ihm zu langweilig und ein Riffaquarium zu aufwendig und teuer. Schon jetzt zahle er monatlich 100 Euro für Strom. Quecksilberdampflampen sorgen in den Terrarien für die richtige Temperatur. Hoffmann drückt auf einen Schalter - es beginnt in einzelnen Terrarien zu regnen. Er biete Lebensbedingungen wie in der freien Natur. „Ich quäle hier keine Tiere“, sagt er.

Immer wieder seien Halter von exotischen Tieren mit solchen Vorwürfen konfrontiert. „Mein Krokodilschwanz-Höckerechsenweibchen ist jetzt 24 Jahre alt“, sagt Hoffmann. Schlecht könne es ihm somit nicht gehen. Er züchte sogar erfolgreich diese Echsenart und setze sich damit für den Erhalt der bedrohten Spezies ein. „Ich bin drei Wochen mit dem Fahrrad durch China gefahren, um die Echsen in ihrem Lebensraum zu sehen.“ Er bekam jedoch keine zu sehen.

Wie ist es mit Kontrollen? „Vor zwei Wochen hat das Regierungspräsidium den Zustand meiner Tiere und die Terrarien kontrolliert“, sagt Hoffmann. Er müsse jedes neugeborene und gestorbene Tier melden, auch wenn er an andere Züchter ein Tier abgebe.

Herr der Schlangen

Michael Kreuzer hält mehr als 80 Reptilien in Terrarien

Steht man im Wohnzimmer von Michael Kreuzer, dann fällt der Blick sofort auf seine Terrarienwand. So beeindruckend es auch ist, die vielen Terrarien zu sehen, es lässt noch nicht erahnen, was es noch alles im Haus in Fuldatal zu entdecken gibt.

„Ich halte insgesamt 84 Schlangen“, sagt Michael Kreuzer. Doch damit nicht genug. In weiteren Terrarien im Haus finden sich Chinesische Rotbauchunken, Gelbbauchunken und Riesenunken. „Ich habe auch noch Axolotl und einen Feuersalamander.“

Michael Kreuzer hält sowohl giftige als auch ungiftige Schlangen im Haus. Er betrachte sie aber nicht als Spielzeug. „Ich hole sie nicht aus den Terrarien, um sie mir um den Hals zu legen oder Fotos zu machen“, sagt Kreuzer. Was die Faszination ausmacht? „Das Aussehen, die Fortbewegung und die Lebensweise“, sagt er. Seine ersten Tiere waren einheimische Eidechsen. Da war Michael Kreuzer acht Jahre alt. Nun ist er 48 und hält lieber exotische Tiere wie die Marokkanische Kobra.

Von Florian Quanz

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