Im Welterbe geht’s tierisch ab

Zahlreiche exotische Arten fühlen sich im Bergpark ausgesprochen wohl

Beute aus dem Lac: Ein Graureiher hat sich einen Fisch geschnappt. Der Bergpark Wilhelmshöhe ist die Heimat zahlreicher Tierarten, zu denen auch Exoten wie die Rotwangen-Schmuckschildkröte und sogar Kois gehören. Fotos:  Fischer

Kassel. Aus der Sicht eines Waschbären sind die Lebensbedingungen im Bergpark Wilhelmshöhe ideal. Auf die schöne Lage legen die Tiere nicht so viel Wert, auf den Titel Weltkulturerbe schon gar nicht, über die wachsende Zahl der Besucher freuen sie sich aber mit einiger Sicherheit.

Je mehr Menschen kommen - und am Sonntag beim Bergparkfest waren es Tausende - umso mehr Essensreste bleiben für die gefräßigen Minibären liegen. Rund um den Lac ist auch an Wochentagen einiges zu holen. Es gibt Menschen, die die Waschbären wie Tauben mit Essbarem anlocken und sich über die vermeintliche Zutraulichkeit freuen.

„Wir können nur immer wieder an die Besucher des Bergparks appellieren, die Tiere nicht zu füttern“, sagt Lena Pralle, die Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Waschbären könnten Krankheiten übertragen und reagierten auch teilweise aggressiv, wenn sie Futter haben wollen. „Das sind keine possierlichen Streicheltiere, die können richtig zubeißen“, sagt sie.

Es sind aber nicht nur Waschbären, die den Bergpark zu ihrer Wahlheimat erkoren haben. Auch Zierfische, die früher mal im heimischen Gartenteich lebten, findet man im Lac. Kois tauchen hier ebenso auf wie die als Haustier beliebte Rotwangen-Schmuckschildkröte und mehrere bunte Mandarinenten.

Der Artenreichtum beschränkt sich nicht nur auf die Tiere. Bereits im 18. Jahrhundert war es Mode in den Fürstenhäusern, Bäume und Sträucher aus der ganzen Welt anzupflanzen.

Anfangs beschränkten sich die Kasseler Herrscher auf Importe aus Nordamerika, später kamen exotische Pflanzen aus Asien und Afrika hinzu. Nicht alle haben sich in Nordhessen wohlgefühlt, einige sind eingegangen. Bis heute werden aber über 500 verschiedene Baum- und Straucharten im Bergpark dokumentiert.

Von Thomas Siemon

Fotos von den Lebewesen im Bergpark

Zahlreiche exotische Arten fühlen sich im Bergpark ausgesprochen wohl

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