Wasserkünste einmalig auf der Welt

Bergpark ist Weltkulturerbe - Technik wie vor 300 Jahren

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Wassersturz über eine inszenierte Ruinenlandschaft: Das Aquädukt gehört zu den fünf großen Bildern im Park.

Kassel. Es hat einige Jahre gedauert, bis aus der Idee, den Bergpark als Weltkulturerbe vorzuschlagen, ein schlüssiges Konzept entwickelt wurde. Zunächst ging es noch um eine Art Sammelbestellung für die Karlsaue, Schloss Wilhelmsthal und den Bergpark.

Das Problem: Barocke Gärten gibt es auf der Welterbeliste schon mehr als genug, die von der Unesco geforderte herausragende universelle Bedeutung, die Einzigartigkeit, hätte man nicht erfolgversprechend begründen können.

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Bei den Wasserkünsten ist das anders. Die sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine technische Meisterleistung. Seit fast 300 Jahren funktionieren sie ausschließlich durch das natürliche Gefälle, ohne Pumpen und vor allem ohne moderne Hilfsmittel. Erst durch den Bewerbungsprozess, der seit 2007 intensiv vorangetrieben wird, sind die Besonderheiten der Wasserkünste ins Bewusstsein gerückt worden. Das fängt schon beim Sammeln der Wasservorräte unterhalb des Essigberges an. Ein uraltes System von Gräben und Kanälen, das wahrscheinlich zur Trockenlegung von Weideflächen angelegt wurde, funktioniert bis heute.

Fotos: In dieser Liga spielt der Bergpark jetzt

In dieser Liga spielt der Bergpark jetzt

Das Wasser ist die Voraussetzung für eine grandiose Inszenierung über fünf große Stationen von den Kaskaden bis zur 52 Meter hohen Fontäne zum Abschluss der Wasserspiele.

- Der Bergpark im Regiowiki

- Die Wasserkünste im Regiowiki

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All das wird durch die Anerkennung als Weltkulturerbe ebenso gewürdigt wie der Herkules, der als Kasseler Wahrzeichen alles überragt. Der sei technisch und künstlerisch das Beste, was die frühe Neuzeit zu bieten habe.

Die Menschen in Kassel und Umgebung haben das schon immer gespürt und für die Rettung des Herkules fast eine halbe Million Euro gespendet. Das war die Initialzündung für die groß angelegten Sanierungsarbeiten im Bergpark und auch ein Mutmacher für die Welterbe-Bewerbung.

Fotos: So schön ist der Bergpark Wilhelmshöhe

So schön ist der Bergpark Wilhelmshöhe

Ohne die Unterstützung der Kasseler Bevölkerung und der Kulturvereine hätte man das große Ziel nicht erreicht, sagt Prof. Bernd Küster, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel. Als Beispiel nennt er den Verein Bürger für das Welterbe. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass die Öffentlichkeit das Hinarbeiten auf die internationale Anerkennung so mittrage, wie das in Kassel geschehen sei. Der Welterbe-Titel sei ein Grund zur Freude und gleichzeitig eine Verpflichtung, den Bergpark auch für künftige Generationen zu erhalten.

Von Thomas Siemon

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