Uni arbeitet an Lösungen für Park-Chaos

Neues Buchungssystem für Bergpark-Gäste könnte Autolawine vermeiden

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Alt bekanntes Phänomen: In der Wasserspielsaison wird es auf den Zufahrtsstraßen zum Bergpark voll.

Kassel. Seitdem der Bergpark Wilhelmshöhe zum Weltkulturerbe gekürt würde, hat sich die Besucherzahl an Wasserspieltagen vervielfacht. Und damit auch die Masse an parkenden Autos. 

Eine Autolawine ergießt sich an diesen Tagen über die Zufahrtsstraßen, Wege werden zugeparkt, weil die Parkplätze bei weitem nicht ausreichen. Kein Wunder: Über 70 Prozent der Besucher kommen mit dem Auto. Das ist schlecht für die Luft- wie die Aufenthaltsqualität.

Bei Tages- und Übernachtungsgästen sieht das Bild noch düsterer aus: Nur jeder fünfte Tourist und 15 Prozent der Tagesgäste greifen auf Bus, Bahn, Tram oder Fahrrad zurück. Das hat Dominik Bieland vom Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel auf Basis einer repräsentativen Umfrage von Bergpark-Besuchern herausgefunden.

Wer von den 700 000 Übernachtungsgästen, die nach Kassel kommen, mit dem Auto anreise, der steige in der großen Mehrzahl auch vor Ort nicht mehr auf ein öffentliches Verkehrsmittel um. „Die Leute wollen es bequem, einfach und flexibel haben“, sagt der Wissenschaftler. Das Tarif- und Taktsystem des regionalen Bus- und Tramnetzes sei dafür in den Tagesrandzeiten zu starr.

Allerdings griffen Touristen, die schon mit Bus oder Bahn anreisen, auch an ihrem Ziel auf öffentliche Verkehrsmittel zurück. Ein Ziel müsse es also sein, mehr Kassel-Touristen zu einer Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen.

Uni arbeitet an System

Eine Chance, die Autolawine von Nordhessen-Gästen einzudämmen, sieht Bieland im Aufbau eines alternativen Verkehrsangebots in der Region und eines intelligenten Buchungssystems, mit dem der Kassel-Besucher bereits bei der Hotelwahl im Internet zugleich seine Fortbewegungsmittel vor Ort buchen könne. „Bei den Übernachtungsgästen sehen wir ein großes Potential“ , sagt der Wissenschaftler. An einem integrierten Tarif- und Zugangssystem arbeite das Fachgebiet unter Leitung von Prof. Dr. Carsten Sommer unter Hochdruck.

Vorbild könne die Touristenkarte „Meine Card plus“ des Landkreises Kassel sein, die eine Reihe von Dienstleistungen für den Gast bündele. Einen guten Ansatz, um mehr Touristen zu überzeugen, den privaten Pkw stehen zu lassen, biete auch das Projekt Free, bei dem Kassel- und Nordhessen- Gäste mit ihrer Hotel-Karte den öffentlichen Personennahverkehr, Elektro-Mobile und Pedelecs, elektrisch angetriebene Räder, nutzen können.

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