Nach Welterbe-Ernennung

Besucherzahlen im Bergpark haben sich verdreifacht

Auch Idylle gibt es noch: Wer sich außerhalb der Wasserspieltage in den Bergpark aufmacht, kann die Schönheit der Anlage auch ohne Besuchermassen genießen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Am Donnerstag, ab 14.30 Uhr, finden letztmals in diesem Jahr die Wasserspiele statt. Wir sprachen mit dem Hausherrn Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, über die außergewöhnliche Welterbesaison.

Wie stark sind die Besucherzahlen durch den Welterbetitel gestiegen?

Dr. Bernd Küster: Die Zahlen haben sich etwa verdreifacht. Im Schnitt kommen an den Wasserspieltagen 6000 bis 8000 Besucher. Die Einmaligkeit der Anlage wird nicht mehr infrage gestellt. Deshalb ist nun selbst an einem Montag im Bergpark so viel Publikum wie zuvor an einem der Wasserspieltage.

Hatten Sie damit gerechnet?

Küster: Wir haben fest mit einer steigenden Resonanz gerechnet. Nach den Erfahrungen anderer Welterbestätten konnten wir auf zehn bis 20 Prozent mehr Besucher hoffen. Diese Erwartung wurde deutlich überschritten.

Gab es deshalb die beobachteten Verkehrsprobleme?

Küster: Wir haben versucht, schnell auf die Notstände zu reagieren. Ein Problem bleibt, dass zwei Drittel der Gäste mit dem Auto anreisen – selbst aus der Umgebung. Mit Parkplatzeinweisern und Bedarfsparkplätzen konnten wir die Situation entspannen. Es wird an den Wasserspieltagen bei gutem Wetter und in der Reisesaison vermutlich immer Engpässe geben.

Welche Lehren ziehen Sie daraus für die nächste Saison?

Küster: Der Welterbetitel hat kurz- und langfristige Effekte. Erst nächstes Jahr werden wir sehen, wo sich der Besucherschnitt einpendelt. Auf jeden Fall werden wir mit Stadt und KVG über eine bessere Nahverkehrsanbindung sprechen. Damit die Anreise mit Bus und Bahn auch für Auswärtige leichter zu überblicken sein wird.

Was ist mit zusätzlichen Parkplätzen?

Küster: Auch darüber werden wir mit der Stadt verhandeln. Auf dem Parkplatz Ochsenallee unterhalb des Schlosses beginnt 2014 der Umbau. Er wird daher nicht gleich zum Anfang der nächsten Saison zur Verfügung stehen. Besonders für die kommende Saison brauchen wir Ausgleichsflächen.

Oft klettern Besucher über die Wasserkünste. Wie bewerten Sie die Belastung des Parks durch die Besuchermassen?

Küster: Wir haben die Parkaufsichten verdoppelt. Die akrobatischen Übungen auf dem Baudenkmal müssen wir unterbinden. Aus Sorge um die Sicherheit der Besucher, aber auch aus Sorge um die historische Bausubstanz. Bei den beleuchteten Wasserspielen wollen wir ab nächstem Jahr die Wege beleuchten, um die Sicherheit zu erhöhen.

Archiv-Fotos: Besuchermassen im Bergpark

Müll, Chaos, Wasserspiele: Besuchermassen im Bergpark

Oft ist das Gedränge groß.

Küster: Deshalb haben wir den Ablauf der Wasserspiele um 15 Minuten entzerrt. So haben die Besucher mehr Zeit, von einem Wasserbild zum nächsten zu laufen. Ich kann mir vorstellen, die Abstände noch um ein paar weitere Minuten zu vergrößern.

Wie viel Geld haben Sie für Ihre zusätzlichen Aufgaben zur Verfügung?

Küster: Keinen Cent mehr als bisher. Es gibt zwar vom Bundesbauministerium einen Fördertopf für Welterbestätten, der ist 2012 letztmals ausgeschüttet worden. Wir hoffen, dass er wieder aufgelegt wird. Bislang haben wir Mehrausgaben für Personal, Reinigung und Instandhaltung.

Wann ist der Bergpark wieder baustellenfrei?

Küster: Ungefähr 2018, wenn der Wiederaufbau des Bergfrieds an der Löwenburg abgeschlossen ist. Noch dieses Jahr wollen wir mit der Umgestaltung der Tulpenallee fertig werden. Leider müssen wir am 6. Oktober auch den Herkules für Reparaturarbeiten an der Besucherplattform bis zur nächsten Saison schließen. Nächstes Jahr werden wir dann die Endhaltestelle Wilhelmshöhe zu einem Infozentrum Welterbe umgestalten.

Von Bastian Ludwig

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