Herkules: Grüne sind für Parkgebühren

Kassel. Der Vorschlag, am Bergpark Wilhelmshöhe Parkgebühren zu verlangen, wird kontrovers diskutiert. Die Grünen haben sich der Empfehlung eines Beratergremiums für die Welterbebewerbung angeschlossen: Sie wollen mit den Einnahmen vor allem die Herkulesbahn finanzieren.

Auch der Förderverein Neue Herkulesbahn schaltet sich ein.

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„Die Argumente sind nicht neu und hätten von Anfang an in das Verkehrskonzept zum Herkules gehört“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Gernot Rönz, der sich dafür ausspricht, „einen der schönsten Orte Kassels ebenso attraktiv wie umweltfreundlich zu erschließen“.

Michael Schwab

Dazu gehöre die Herkulesbahn. Die Grünen sprechen sich wie die Welterbeberater gegen zusätzliche Parkplätze am Bergpark aus: „Es ist nicht mehr zeitgemäß, etwas zu planen, ohne die Umwelt mitzudenken.“ Rönz fordert die Landesregierung auf, die Herkulesbahn schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. „Gewinner wären alle Bewohner Kassels, wenn sie entspannt ohne Umsteigen, Parkplatzsuche und Stau zum Herkules kommen“, sagte Rönz.

Häufige Verkehrsprobleme

Schwab widerspricht den Aussagen von Bergpark-Chef Professor Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), dass es im zweiten Halbjahr 2011 nur zwei Tage mit erheblichen Parkproblemen gegeben habe. „Der Verkehr ist häufig aus dem Ruder gelaufen“, sagte Schwab. Insbesondere werde auf dem Waldweg nach Elfbuchen immer wieder regelwidrig geparkt - „eine Zumutung für die vielen erholungssuchenden Fußgänger und Wanderer“, fand Schwab.

Das Verkehrschaos stehe im Zusammenhang mit dem enormen Besucherzuwachs seit der Eröffnung von Herkules-Terrassen, Besucherzentrum und Oktogon. Er gehe deutlich über die von den Verkehrsplanern erwarteten 30 Prozent in 15 Jahren hinaus. „Dass der Herkules als Ausflugsziel ein ungeheures Potenzial besitzt, hat sich bewahrheitet“, sagte Schwab.

Busse könnten im Wettbewerb mit dem Auto nicht bestehen. Das habe die Praxis gezeigt. Deshalb müsse über die Verkehrserschließung des Bergparks dringend neu nachgedacht werden, sagte Schwab. Archivfoto: nh

Von Marcus Janz

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