HNA-Serie: 300 Jahre Herkules

Er steht für Bier und flotte Flitzer: Viele warben mit dem Herkules

Erinnerung an die Biertradition aus Kassel: Bis in die 1970er-Jahre blieb die Herkules-Brauerei als eigenständige Marke erhalten. Danach gehörte sie zu Binding. Das Foto entstand an der Hafenstraße. Foto:  Privat/nh

Kassel. Der Herkules feiert seinen 300. Geburtstag. Im 7. Teil der HNA-Serie werfen wir einen Blick auf den Herkules als Markenzeichen von Firmen, Vereinen und Institutionen.

Im Kasseler Telefonbuch gibt es 20 Einträge mit einer Verbindung zum Herkules. Vom Autohaus über die Apotheke, dem Schützenverein und dem Einkaufszentrum bis zum Verlag und der Betriebskrankenkasse tragen viele das markante Bauwerk im Namen. Im Rückblick kommen noch eine ganze Reihe Firmen, Produkte und Einrichtungen hinzu. Auch beim Zisselfestzug war die Herkules-Figur immer wieder vertreten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit stellen wir einige davon vor.

Die Brauerei: Große Teile des Gebäudes an der Hafenstraße stehen noch. Die Herkules-Brauerei war lange Zeit ein Stück Heimat. Vor dem Krieg zogen die Kutscher noch mit ihren mächtigen Brauereipferden durch die Stadt und belieferten die Kneipen. Manchmal, so erzählten Zeitzeugen, hätten die Pferde den Heimweg allein finden müssen, weil die Kutscher überall einen Schoppen mittranken.

Zum Wohl: Ein Mitarbeiter der Herkules-Brauerei mit acht Bierkrügen. Foto:  Privat/nh

Es gab damals noch an jeder Ecke eine Kneipe. Die Herkules-Brauerei war einer von drei großen Bierlieferanten in der Stadt. Die Schöfferhofer Brauerei an der Mombachbrücke und die Brauerei Kropf in der Kölnischen Straße gehörten noch dazu. Es gab aber auch noch jede Menge kleinere Privatbrauereien.

Die Kutscher hielten vor den Gasthäusern, warfen ein Fass auf ein großes Lederkissen und rollten es dann über eine Rampe in den Bierkeller. Die Brauerei wurde 1897 an der Hafenstraße gegründet. Nach verschiedenen Fusionen und Stilllegungen etablierte sich der Markenname ab den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts. In den Nachkriegsjahren war es selbstverständlich, dass die Brauerei beim Zissel und anderen Festen vertreten war. Ende der 60er-Jahre begann der wirtschaftliche Niedergang der Traditionsbrauerei.

1972 wurde die Herkules-Brauerei von Binding geschluckt. Ende der 1990er-Jahre kam das Aus für den Brauerei-Standort an der Hafenstraße.

Starker Mann auf der Rathaustreppe: Das Foto mit Horst Büthe als Herkules entstand 1974. Foto:  Privat/nh

Credé: Die Waggonbaufabrik Credé in Niederzwehren brachte im Jahr 1961 einen Gabelstapler auf den Markt, das die Kombination Kassel und Herkules sehr erfolgreich verbreitete. Geworben wurde damals mit der außergewöhnlichen Stärke des antiken Helden. Auf dem ehemaligen Firmengelände befindet sich heute das dez-Einkaufszentrum.

Die Sportvereine: Seit über 100 Jahren führt die Turn- und Sportgemeinschaft Wilhelmshöhe den Herkules im Wappen. In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung im Jahr 1883 fanden die Feste derTSG Wilhelmshöhe auf den Wiesen am Rammelsberg statt. Von dort hat man einen ausgezeichneten Herkulesblick. Das soll der Anlass gewesen sein, die Figur ins Vereinswappen aufzunehmen.

Im Vereinswappen: Der Herkules und die TSG Wilhelmshöhe.

Den Herkules im Namen tragen der Tanzsportclub und die Karnevalsgesellschaft Herkules. Eine Heimat für Skatspieler bietet der Verein Herkules-Buben.

Farbenfrohes Gruppenbild: Jugend-Schautanz bei der Karnevalsgesellschaft Herkules. Archivfoto:  Malmus

Ebenfalls auf den 300-jährigen Helden bezieht sich das Herkules Racing-Team der Kasseler Universität. Das nimmt an einem bundesweiten Wettbewerb für selbstkonstruierte Rennwagen, der Formula Student, teil.

Flitzer beim Festzug zum Hessentag 2013: Das Herkules Racing-Team vor dem Kasseler Rathaus. Archivfoto: Schachtschneider

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