Herkules-Parkplätze: Gebühren sollen Dauerparker verdrängen

Soll künftig kosten: Die Welterbe-Berater des Bergparks empfehlen, dass Autofahrer künftig für das Parken hinter dem Herkules zahlen sollen. Die Parkplätze am Besucherzentrum (im Hintergrund) wurden im vergangenen Jahr erneuert. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Welterbe-Berater müssen ziemlich verblüfft gewesen sein, als sie hörten, dass das Parken am Bergpark bislang nichts kostet. „Es hat eine gewisse Verwunderung gegeben“, so der hessische Welterbebeauftragte Professor Gerd Weiß.

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An vergleichbaren Anlagen seien Parkgebühren völlig selbstverständlich. Zum Beispiel am Schloss Sanssouci in Potsdam, das die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten verwaltet. Deren Generaldirektor Professor Hartmut Dorgerloh ist einer der Bergpark-Berater, die sich gestern einstimmig für Parkgebühren und gegen eine Ausweitung der Parkflächen am Herkules ausgesprochen haben.

„Für den normalen Tag ist der Parkraum ausreichend“, sagt Professor Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die den Bergpark verwaltet. Im vergangenen Jahr habe es nach seiner Information nur zwei „ausufernde Tage“ gegeben, an denen die Parkplätze nicht gereicht hätten.

Küster setzt darauf, mit Parkgebühren insbesondere die Dauerparker im Sommer dazu zu bringen, sich einen anderen Stellplatz zu suchen. Das seien Wanderer, für die es nach Angaben von Hessen Forst ausreichend kostenlose Alternativen gebe, und Urlauber, die ihr Wohnmobil hinter dem Herkules abstellen.

Parkraum ist begrenzt

„Wir dürfen keine weiteren Grünbereiche opfern“, sagt Küster. Und Weiß ergänzt: „Die Landschaft ist Teil des Bergparks, sie darf nicht von Autos zerstört werden.“ Wie bei anderen Attraktionen sei der Parkraum begrenzt. Die Besucher müssten eben auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Bisher komme nur jeder achte Bergparkbesucher mit dem Bus. „Diese Quote kann beträchtlich erhöht werden“, ist sich Küster sicher. Das sei keine Frage des Angebots. Busse und Bahnen würden nur nicht genug genutzt. Der Vorschlag einer neuen Herkulesbahn sei bei dem Treffen des Beratergremiums aber nicht besprochen worden.

„Das kommt erst auf die Tagesordnung, wenn wir hoffentlich den Welterbe-Status erreicht haben“, sagt Weiß.

Das bringe dann ohnehin ganz neue Anforderungen mit sich, ist sich Giulio Marano sicher. Er ist Sprecher der deutschen Monitoring-Gruppe des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS), der den Welterbe-Antrag des Bergparks im Sommer begutachten wird. Er weiß von anderen Beispielen, dass sich der Besucherstrom deutlich verändern wird, sollte die Unesco 2013 den Wasserkünsten und dem Herkules im Bergpark den begehrten Titel verleihen.

Von Marcus Janz

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