300. Geburtstag der Wasserkünste

Geburtstag der Wasserkünste: Stau und Staunen im Bergpark

Kassel. Tausende Besucher haben am Sonntag das Bergparkfest und die seit 300 Jahren bestehenden Wasserspiele für einen Ausflug in die Natur zwischen Herkules und Schloss Wilhelmshöhe gelockt. Wer früh kam, hatte auch keine Probleme mit dem Parken

Doch was vormittags noch gut funktionierte, endete mit der Eröffnung des Fests für die Bürger ab 12.30 Uhr in dem beinahe schon erwarteten Parkchaos.

Viele Autofahrer mussten in Richtung Schloss Wilhelmshöhe Geduld mitbringen, denn zeitweise bildete sich ein Rückstau bis auf Höhe des Hessischen Rundfunks und noch weiter. Viele andere hingegen hatten das Auto zu Hause gelassen und waren auf die öffentlichen Verkehrsmittel umgestiegen. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft hatte extra ihr Angebot von Bus und Straßenbahn erweitert.

Einer, der sich das Wasserspielspektakel nicht entgehen lassen wollte, war Schlagersänger Patrick Lindner. Gemeinsam mit seinem Manager und Lebensgefährten Peter Schäfer nutzte er eine Veranstaltung am Vortag, bei der Lindner sein neues Album vorgestellt hatte, um am Samstagabend die beleuchteten Wasserspiele zu sehen. „Heute möchte ich vom Herkules bis zur Fontäne mit dem Wasser laufen“, sagte Lindner am Sonntag. Bis in den Bergpark habe er es sonst noch nie geschafft. „Ich war sonst nur in der Innenstadt und der Stadthalle.“

Umso mehr freue er sich, zum Bergparkfest die Wasserspiele sehen zu können. „Und bei der documenta sind wir natürlich auch immer dabei.“ Neben den Wasserspielen gab es für die Besucher aber auch noch andere Dinge zu entdecken: Die Gruppe „Cour de Cassel“ präsentierte beispielsweise in Kleidung aus dem 18. Jahrhundert auch Essen aus dieser Zeit – und zwar nach Originalrezepten, wie sie sagten.

Auf dem gedeckten Tisch stellten sie Geflügelpasteten, Fasanenbrust in Calvados und verschiedene Süßspeisen aus. „Das sind alles Geschmacksbomben“, sagte Dr. Stephan Sperlich, der der historischen Darstellungsgruppe angehörte. Wer damals viel Geld hatte, um sich teure Gewürze zu leisten, habe beim Würzen dann auch nicht gegeizt. Dementsprechend seien die Gerichte zum Beispiel mit sehr viel Pfeffer bedacht worden.

Am Stand der Museumspädagogik konnten Kinder an einer selbstgebauten „Kinderwasserspaßmaschine“ sich wie der damalige Landgraf Karl fühlen. Weitere Anlaufstelle war die erst kürzlich restaurierte Wasserorgel aus dem Bergpark, deren Töne im Schloss Wilhelmshöhe zu hören waren.

Von Max Holscher

Fotos: Impressionen vom Bergparkfest

Impressionen vom Bergparkfest

Fotos: Beleuchtete Wasserspiele zum Jubiläum

Beleuchtete Wasserspiele im Bergpark

Ein Video vom Bergparkfest finden Sie bis Montagmorgen an dieser Stelle. 

Archiv-Video: Tausende bei Bergpark-Fest mit Wasserspielen

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