Löschteich fasst 200.000 Liter Wasser

Löwenburg erhält Zisterne zum Brandschutz

Unterirdisches Becken: Neben der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe entsteht eine große Zisterne für Löschwasser. Neue Brandschutzauflagen erfordern die Investition in Höhe von 120 000 Euro. Foto: Zgoll

Kassel. Die Löwenburg wird in den nächsten Jahren zur Großbaustelle. 27,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, das lange vernachlässigte Juwel im Bergpark zu sanieren und wieder in einen originalgetreuen Zustand zu bringen. Die ersten größeren Arbeiten sind derzeit 100 Meter von der Löwenburg entfernt zu sehen.

„Hier entsteht eine große Zisterne, damit die Feuerwehr im Ernstfall genügend Wasser zur Verfügung hat“, sagt Claus-Peter Nagel vom Hessischen Baumanagement. Aus mehreren jeweils 20 Tonnen schweren Betonfertigteilen wird die Zisterne gebaut, die 200 000 Liter Wasser aufnehmen kann. Der Neubau kostet 120 000 Euro. „Wir müssen heute strengere Brandschutzauflagen erfüllen, als das früher üblich war“, sagt Projektleiter Nagel, der für den gesamten Umbau der Löwenburg zuständig ist. Bevor es im Frühjahr 2014 richtig losgeht, stehen Vorarbeiten an, zu denen auch der Bau der Zisterne gehört.

Wie schnell es zu einer Katastrophe kommen könne, habe man 2004 bei dem Feuer in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar gesehen, für das vermutlich ein Kabelbrand verantwortlich war. Bisher reicht die Wasserversorgung an der Löwenburg nicht für einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Mit dem unterirdischen Reservoir, das man nur während der Bauphase zu sehen bekommt, ändert sich das.

Ab dem kommenden Frühjahr soll als einer der spektakulärsten Neubauten im Park der im Krieg zerstörte Hauptturm der Löwenburg wieder errichtet werden. Dieser Bergfried war früher das Herzstück des Gebäudekomplexes mit einer Bücherei, Wohnräumen, einer Sammlung von Ritterrüstungen und einem Speisesaal. Von hier gab es Verbindungen in die benachbarten Flügel der Burg, die seit den Nachkriegsjahren durch Provisorien erschlossen sind. „Von dem Bergfried wird man einen traumhaften Rundumblick vom Herkules bis zum Schloss haben“, sagt Claus-Peter Nagel.

Landgraf Wilhelm IX. von Hessen Kassel hatte die Löwenburg 1793 bis 1801 als künstliche Ruine von Hofarchitekt Heinrich Christoph Jussow errichten lassen. Zunächst nur als Turm mit Nebengebäude geplant, entstand nach und nach eine Burganlage nach mittelalterlichem Vorbild. Seit Kriegsende gab es immer wieder Anläufe für den Wiederaufbau des Hauptturms. Die Sanierung der Burg soll bis zum Jahr 2018 abgeschlossen sein.

Von Thomas Siemon

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