Seit dem Krieg zugewuchert

Der Neue Wasserfall im Bergpark soll freigelegt werden

Viel zu tun: Gartenhistoriker Siegfried Hoß erläutert, was in dem seit 1943 stillgelegten Neuen Wasserfall geschehen soll. Daniel Thielert (16), Luisa Schorge (19), Domenic Roelcke (18) und der 18-jährige Michael Strobel (von links) hören genau zu. Foto: Koch

Kassel. Selbst regelmäßige Besucher des Bergparks schütteln mit dem Kopf, wenn man sie nach dem Neuen Wasserfall fragt. Nach dem Krieg ist das Gelände oberhalb des Marstalls zugewuchert und in einen Dornröschenschlaf versunken. Das soll sich jetzt ändern.

Und zwar mit Unterstützung von vier jungen Leuten, die ihr freiwilliges soziales Jahr in der Gartendenkmalpflege machen. Eine Premiere, wie Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bei der Vorstellung des Projektes betonte. Im Bergpark Wilhelmshöhe werde die erste Jugendbauhütte in Hessen eingerichtet.

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Unter der Anleitung von Profis will unter anderem die 19-jährige Luisa Schorge aus Berlin dazu beitragen, dass der Neue Wasserfall (Baujahr 1826) wieder sichtbar wird. Sie interessiert sich für Landschaftsplanung und Naturschutz und hat sich deshalb für das Projekt beworben. Unterstützt wird es unter anderem von Wintershall, K+S, B. Braun Melsungen, der HNA, der Deutschen Börse AG in Frankfurt, dem Museumsverein und dem Verein Bürger für das Welterbe.

Die Firmen sorgen dafür, dass die vier Jugendlichen für die Dauer eines Jahres ein Taschengeld in Höhe von 300 Euro pro Monat bekommen. Auch die Ausstattung von Zimmern in der Löwenburg als Quartier für zwei der Freiwilligen wurde durch Sponsorenmittel bezahlt. Der Einsatz könnte sich relativ bald für den Bergpark auszahlen. In dem Weltkulturerbe schlummert mit dem Neuen Wasserfall ein Schatz, den es mittelfristig zu heben gilt. „Da ist im Krieg gar nicht so viel kaputtgegangen“, sagt der Gartenhistoriker Siegfried Hoß. Zumindest den unteren Teil könne man mit überschaubarem Aufwand so weit herrichten, dass er als Teil der Wasserspiele nutzbar sei.

Archiv-Fotos: Beleuchtete Wasserspiele

Beleuchtete Wasserspiele beim Bergparkfest Wilhelmshöhe

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Jetzt geht es erst einmal darum, den Wildwuchs zu beseitigen. Die vier jungen Freiwilligen sollen ihren Teil dazu beitragen. Sie alle wollen später eine Ausbildung machen oder studieren. „Dafür kann man diese Erfahrung gut gebrauchen“, sagt Luisa Schorge.

MHK-Direktor Prof. Bernd Küster hofft, dass es über das eine Jahr hinaus Unterstützung für die Jugendbauhütte gibt. Es gehe nicht darum, billige Arbeitskräfte einzusetzen. Für Aufgaben außerhalb der Kernbereiche fehle es aber an Personal. Für den Neuen Wasserfall biete sich so die Chance, ihn mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Vielleicht irgendwann auch wieder als Teil der Wasserspiele.

Von Thomas Siemon

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