Viel Kritik für Parkgebühr am Herkules

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Reges Treiben auf dem Besucherparkplatz hinter dem Herkules am Besucherzentrum: Wären am Samstag schon Parkgebühren erhoben worden, wäre das für die Betreiber ein gutes Geschäft gewesen.

Kassel. Wären am Wochenende bereits Parkgebühren am Besucherzentrum hinter dem Herkules erhoben worden – die Betreiber hätten ihre Freude gehabt: Zumindest am sonnigen Samstag waren bis in den späten Nachmittag hinein alle der 318 Stellplätze laufend belegt.

Wie berichtet, hatte sich jüngst ein Welterbe-Beratergremium für eine „Bewirtschaftung“ der Parkplätze ausgesprochen.

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Vor allem bei den Kasselern stößt der Vorschlag auf Widerstand. Häufig genannter Grund: Der Parkplatz werde nicht nur zum Besuch von Herkules und Bergpark, sondern auch als Wanderparkplatz genutzt. „Seit wann muss man aber für einen Wanderparkplatz zahlen?“, war nicht nur einmal zu hören.

Auch kam das Wort Abzocke einigen Besuchern schnell über die Lippen. „Überall muss man inzwischen bezahlen“, sagte Martin Morbach (50) aus Ahnatal. „Da vergeht einem doch glatt die Lust, einen Ausflug zu machen.“

Kritik an der Busverbindung kam vor allem von auswärtigen Besuchern – und derer gab es viele. Von 25 geparkten Autos kamen nur neun aus Kassel und dem Landkreis. Alle anderen aus dem weiteren Umland.

Tatsächlich ging es am Samstag eher ruhig an der Bushaltestelle direkt am Besucherzentrum zu: Nur wenige Besucher nutzten die Linie 22, die ab Druseltal die Strecke bis rauf zum Besucherzentrum bedient. Das Manko: Um zunächst zum Druseltal zu kommen, muss man beispielsweise am Bahnhof Wilhelmshöhe zunächst in die Tram 3 einsteigen, um bis zur Endhaltestelle Druseltal zu kommen. Die Busse fahren am Sonntag nur stündlich, wochentags und samstags halbstündlich. Hinzu kommt: Eine einfache Fahrt kostet 2,50 Euro.

So kritisiert inzwischen auch der Förderverein Neue Herkulesbahn eine mögliche Parkgebühr. Vielmehr bedürfe das Verkehrskonzept Bergpark einer Überarbeitung. Im Übrigen seien im Erschließungskonzept 2010 Parkgebühren kategorisch ausgeschlossen worden, das auch „Bestandteil des Welterbe-Antrags ist“. Der Besucherzuwachs werde bis heute unterschätzt, eine Erweiterung des Parkplatzangebotes am Herkules sei unausweichlich. Busse könnten im Wettbewerb mit dem Auto nicht bestehen.

Von Boris Naumann

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