Langer Dornröschenschlaf

Sanierung des Neuen Wasserfalls im Bergpark kommt voran

Reparatur am Wasserfall: Michael Strubel (von links) und Daniel Thielert heben mit einem mobilen Kran einen Findling aus dem Wasserlauf. Luisa Schorge, Karola Ewig, Julian Stötzer und Maximilian Knartz schauen zu. Foto: Dilling

Bad Wilhelmshöhe. Seit fast 70 Jahren liegt der 1826 errichtete Neue Wasserfall oberhalb der Rasenallee im Dornröschenschlaf: Das Bachbett ist löchrig, die schluchtartigen Ufer sind zugewachsen, das Wasser ein dünnes Rinnsal. Doch es hat sich etwas getan.

Drei junge Leute, die im Rahmen eines Projekts der Jugendbauhütte, einer Einrichtung der deutschen Stiftung Denkmalschutz, noch bis August ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten, haben eines der unteren Plateaus von wuchernder Wildnis freigeschnitten und den verstopften Wasserabfluss gereinigt.

In einigen Jahren, so ist die Vision von Siegfried Hoß, Gartenbauhistoriker der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), könnte der Wasserfall wieder mit Seen auf seinen Plateaus und Kaskaden herabstürzenden Wassers die Besucher des Welterbes erfreuen. Schon jetzt sei die Resonanz groß, sagt Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der MHK. Autofahrer auf der Rasenallee, denen bisher die Sicht auf das Bauwerk durch Grün versperrt war, hätten sich neugierig danach erkundigt.

Sponsoren, darunter auch die HNA und der Museumsverein Kassel, machen diese Sanierungsaktion im Rahmen der Gartendenkmalpflege möglich. Karola Ewig, Personalratsvorsitzende der MHK in Kassel und gelernte Gärtnerin, hat die jungen FSJ-ler Luisa Schorge (20) aus Berlin, Michael Strubel (19) aus Aalen und Daniel Thielert (17) aus Baunatal einmal die Woche unterstützt. „Das Herausreißen des Gestrüpps war die härteste Arbeit“, sagt Thielert, der in Kürze eine Gartenbaulehre beginnt. Mit dem Arbeitseinsatz im Bergpark ist er voll zufrieden. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, bei der nachhaltigen Verschönerung eines Weltkulturerbes mitzuarbeiten“, sagt er. Die FSJ-ler haben nicht nur begonnen, den Wasserlauf freizuschneiden, sondern auch einen historischen, überwucherten Weg entlang des Wasserfalls im Bereich des Lindenplatzes neu aufgebaut und befestigt.

Die Nachfolger der drei jungen Leute stehen schon teilweise fest: Julian Stötzer (17) aus Fuldatal und Maximilian Knartz (20) aus Staufenberg, die nach ihrem Schulabschluss nach praktischen Erfahrungen suchen, machen im September in der zweiten Etappe des Projekts weiter. Drei zusätzliche FSJ-ler (16 bis 26 Jahre) werden noch gesucht. (pdi)

Info und Kontakt: Internationale Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege, Wichgrafstraße 7-9, Potsdam, E-Mail: fjd.garten@ijgd.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.