Entscheidung im Sommer 2013

Schritt zum Welterbe: Kasseler Antrag hat Vorprüfung bestanden

Weltweit einmalig: Der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen Wasserkünsten. Foto: Meyer/www.foto-kreativ-kassel.de

Kassel. Der Welterbe Antrag hat mit 340 Seiten den Umfang einer Doktorarbeit. Die Gefahr, dass dabei jemand abgeschrieben hat, ist verschwindend gering. Schließlich ist der Bergpark Wilhelmshöhe mit den Wasserkünsten und dem Herkules weltweit einmalig.

Davon sind die Antragsteller überzeugt, die darauf setzen, dass Kassel im Jahr 2013 - dann wir die Stadt 1100 Jahre alt - in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen wird.

Eine weitere Hürde auf diesem Weg ist jetzt genommen. Die Kultusministerkonferenz der Länder hat das dicke Antragswerk geprüft. Die klare und positive Rückmeldung: Alle Anforderungen, die die Unesco von einem Bewerber verlangt, sind erfüllt. Der Aufbau stimmt, alle Bausteine sind schlüssig aufeinander abgestimmt.

Alle deutschen Anträge müssen durch diese Vorprüfung. Sie soll gewährleisten, dass man mit dem Antrag nicht schon frühzeitig Schiffbruch erleidet. Danach sieht es für Kassel ganz und gar nicht aus. „Wir sind wieder einen Schritt weiter und liegen perfekt im Zeitplan“, freut sich der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für das Welterbe, Ernst Wegener. Alle Beteiligten seien sehr optimistisch, dass das große Ziel erreicht wird.

Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Der gesamte Antragstext muss von einem professionellen Übersetzungsbüro ins Englische übertragen werden. Einige Passagen liegen bereits vor, bei anderen wird nach Angaben von Wegener noch am Feinschliff gearbeitet. Die Federführung dabei hat Dr. Jennifer Verhoeven vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Die Texte sollen auf der einen Seite leicht lesbar, auf der anderen aber auch immer wissenschaftlich fundiert und im Aufbau schlüssig sein. Bis Ende April soll der komplette Text beim Übersetzungsbüro sein. Ende September wird der Antrag zu einer Vorprüfung beim Unesco-Welterbebüro eingereicht. Bis zum 1. Februar 2012 müssen alle überarbeiteten Unterlagen vorliegen. Dann beginnt das bange Warten. Mit einer Entscheidung des Welterbekomitees ist im Sommer 2013 zu rechnen.

Von Thomas Siemon

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