Fragen und Antworten: Transport von bis zu 1500 Gästen pro Stunde

Seilbahn im Bergpark: 3,50 Euro für eine einfache Fahrt

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Hat vor 50 Jahren die Seilbahn am Edersee gebaut: Achim Wickmann (77) will jetzt ein ähnliches Projekt zum Herkules.

Kassel. Eine Seilbahn zum Herkules könnte einige Verkehrsprobleme lösen. Möglicherweise würde sie aber auch neue Probleme schaffen. Fragen und Antworten zum Thema.

? Welche Realisierungschancen hat die Seilbahn zum Herkules?

! Technisch ist das kein Problem. Die Bahn müsste vom Parkplatz Ochsenallee bis zur Bergstation 290 Höhenmeter überwinden. Im Welterbe Bergpark müssen aber besonders strenge Kriterien für einen Neubau eingehalten werden.

? Wie sehen die aus? 

! Das muss im Einzelfall geprüft werden. Im Juli tagt turnusmäßig das Advisory Board, also die Expertenkommission für das Welterbe im Bergpark. Sollten die hessische Landesdenkmalpflege und die Kommission eine Chance für die Seilbahn sehen, dann würde es sich lohnen, weiter zu planen.

? Was spricht denn dagegen und was dafür?

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! Die Seilbahn würde die engere Pufferzone des Welterbes auf jeden Fall berühren und möglicherweise am Herkules sogar die Kernzone. Das könnte sehr schnell zum Aus führen. Auf der anderen Seite muss man abwägen: Die Blechlawine an Wasserspieltagen dürfte auf die Dauer auch nicht im Sinne des Welterbes sein.

? Was könnte die Seilbahn überhaupt leisten?

! Sie könnte bis zu 1500 Menschen in der Stunde nach oben zum Herkules und wieder zurück transportieren. Ohne lange Wartezeiten und ohne Parkplatzsuche.

? Wie lange dauert die Fahrt und was soll sie kosten?

! Die Seilbahn soll eine Länge von 2400 Metern haben, die Fahrt würde etwa zehn Minuten dauern. Die einfache Fahrt soll 3,50 Euro kosten, hin und zurück sollen es sechs Euro sein.

? Was kostet die Seilbahn? 

! Die Initiatoren rechnen mit einem Investitionsbedarf von elf Millionen Euro. Innerhalb von zehn Jahren soll das Geld über den Ticketverkauf wieder reinkommen. Dieses Modell hat im Vergleich zur Straßenbahn den Vorteil, dass weder Stadt noch Land Geld zuschießen müssten.

? Wie groß würde die Seilbahn?

! Geplant sind barrierefreie Achtergondeln, die vom Parkplatz Ochsenallee aus über freies Feld und dann unterhalb der Baumwipfel fahren sollen. Die Blickachse vom Schloss bis zum Herkules würde nicht berührt, der Bereich Nussallee / Neuer Wasserfallsgraben schon.

? Wie geht es jetzt weiter?

! Für die Prüfung, ob die Bahn welterbeverträglich ist, soll jetzt die Planung mit Fotos und Computergrafiken so realistisch wie möglich überarbeitet werden.

? Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

! Wenn die Kommission bei ihrem Treffen im Juli keine Chance für das Projekt sieht, sind die Planungen gestorben. Ansonsten geht es dann erst richtig los. Bis zum Jahresende sollten die Weichen gestellt sein.

Von Thomas Siemon

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