Vorschläge für bessere Erreichbarkeit und Orientierung

Studie zum Bergpark: Energie und Geld sparen

Herrlicher Anblick, erheblicher Energieverbrauch: Die Aufnahme des komplett erleuchteten Schlosses Wilhelmshöhe entstand während der Museumsnacht 2011. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Schloss Wilhelmshöhe, die Gewächshäuser und der Marstall sind Energiefresser. 160.000 Euro pro Jahr kosten allein der Strom- und Wärmeverbrauch im Schloss. 40 Prozent davon könnte man einsparen.

Diese Erkenntnis ist Teil einer umfangreichen Nachhaltigkeitsstudie, die gestern an der Universität Kassel vorgestellt wurde. Tourismus und Nachhaltigkeit seien keine Gegensätze, sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (CDU). Ziel sei es, die kulturellen Schätze wie das Welterbe in Kassel weiterzuentwickeln. Dazu liefert die Studie, die von Prof. Wigbert Riehl als Koordinator vorgestellt wurde, eine ganze Reihe von interessanten Vorschlägen.

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Energie: Neben den Einsparpotenzialen für Strom und Wärme soll Biomasse verstärkt genutzt werden. Im Park fallen jährlich 2200 Tonnen Grünschnitt an, 100 Tonnen Holz und 80 Tonnen Laub. Statt die teuer zu entsorgen, könnte man das Material in einem kleinen Kraftwerk nutzen.

Orientierung: Ein Sammelsurium von Wegweisern und Tafeln sorgt derzeit eher für Kopfschütteln als für Orientierung. Das soll sich ändern.

Verkehr: Alle Vorschläge, die derzeit im Raum stehen, sollen auf ihre Machbarkeit überprüft werden. Dazu gehören auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 und eine Herkulesbahn. Gleichzeitig wird auch überprüft, ob der zuletzt eingeführte Shuttle-Verkehr von Parkplätzen Richtung Hohes Gras ausgebaut werden sollte. Die eindeutige Empfehlung der Wissenschaftler: Es sollten keine weiteren Parkplätze in der Nähe des Herkules ausgewiesen werden.

Wasser: Je mehr Besucher kommen, umso mehr Wasser für Toiletten wird gebraucht. Deshalb sollte mehr Regenwasser von Dächern der Gebäude im Bergpark aufgefangen werden. So könne man 1800 Kubikmeter Wasser pro Jahr einsparen.

Schutz des Bergparks. Über allen Vorschlägen steht für die Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Universität der Schutz des Bergparks als Gesamtkunstwerk. Jede bauliche Veränderung müsse darauf besondere Rücksicht nehmen. Das gelte zum Beispiel für ein mögliches Biomassekraftwerk, das sich in einem Randbereich dezent einfügen müsse.

Probelauf im Herbst

Die gut 500 Seiten umfassende Studie, an der fünf Fachgebiete der Universität mitgearbeitet haben, wurde vom Land mit 90 000 Euro gefördert. Die Museumslandschaft Hessen Kassel hat 60 000 Euro beigesteuert, die Städtischen Werke gaben 30 000 Euro. Bei der Erschließung des Bergparks und beim Energiesparen sei man ein kompetenter Partner, sagt Vorstandsmitglied Thorsten Ebert. MHK-Direktor Prof. Bernd Küster kündigte an, bereits im Herbst einen Probelauf mit neuen Hinweistafeln machen zu wollen.

Von Thomas Siemon

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