MHK findet Kritik ungerecht

Wasserspiele: Park-Rabatt für Restaurants wird noch wenig genutzt

Finden das neue Rabatt-Angebot mit dem Parkticket gut: Die Wasserspiele-Besucher Dagmar und Heinz Schulz aus Leipzig haben am Mittwoch den Parkplatz an der Ochsenallee am Bergpark genutzt. Foto:  Schwarz

Kassel. Auf den Parkplätzen am Bergpark gab es am Mittwoch vor den Wasserspielen nicht nur Parktickets für fünf Euro, sondern auch Tipps, wie man die Ausgabe wieder hereinholen kann.

„Lesen Sie bitte auch die Rückseite“, sagte Parkplatzeinweiser Olaf Gehrendes an der Ochsenallee allen Fahrern ankommender Ausflügler-Autos; „dafür können Sie eine Ermäßigung bekommen.“

Das neue Angebot der Museumslandschaft Hessen Kassel gilt seit Mitte September: In bestimmten Partnerrestaurants der MHK kann man sich die fünf Euro anrechnen lassen, oder man erhält dafür Gratis-Tickets für die Sehenswürdigkeiten im Park (siehe Hintergrund).

Dagmar und Heinz Schulz aus Leipzig haben das am Mittwoch gleich genutzt, um verbilligt das Herkulesmonument zu besichtigen. „Ich finde das toll, dass man für die Parkgebühren noch was extra bekommt“, sagte Dagmar Schulz, während immer mehr Autos mit Kennzeichen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und weiteren Nationen auf den Parkplatz einbiegen.

Angesichts einiger Tausend Besucher pro Wasserspieltag wird die Rabattmöglickeit bisher jedoch wenig in Anspruch genommen: Jeweils nur ein paar Dutzend Besucher machten bislang davon Gebrauch, berichten die MHK und ihr Partnergastronom Thomas Nähler (Herkules-Terrassen).

Nähler und MHK-Sprecherin Natascha Callebaut ärgern sich über die Kritik der Kasseler SPD an der Rabatt-Aktion. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, dass an den Parkgeld-Erlösen nicht Gastronomen und Museen, sondern die städtische KVG beteiligt werden solle, die viele Besucher zu den Wasserspielen transportiere.

„Da werden Äpfel mit Birnen verglichen, das ist ungerecht“, sagt Callebaut. Die MHK seinicht für die Nahverkehrsfinanzierung zuständig, sondern für einen guten Besucherservice im Park. „Durch das Welterbe-Prädikat haben wir weitaus mehr Zusatzkosten als Einnahmen. Die Parkgebühren sind für uns die einzige Möglichkeit, dies etwas zu kompensieren.“

Die Rabattaktion sei auch als Entgegenkommen an die größeren MHK-Partnergastronomen im Bergpark gedacht. Denn so paradox es klingt: Ausgerechnet an den besucherstarken Wasserspieltagen gehen laut Nähler in den Herkules-Terrassen die Umsätze um 20 Prozent zurück.

Zwar bildeten sich ab Mittag Schlangen am Bratwurst- und Pommes-Stand vor dem Haus. „Aber spätestens nach zwei Stunden ist hier alles tot“, sagt Nähler. Während die Massen bei den Wasserkünsten seien, kämen kaum noch andere Gäste zum Kaffeetrinken oder zu größeren Essen. Die normalen Gastronomiebesucher würden abgeschreckt durch den Trubel am Herkules und durch die Parkgebühren, die an diesen Tagen gelten. Zu der Rabatt-Aktion sagt Nähler: „Wirtschaftlich bringt uns das zum Ausgleich fast gar nichts.“

Die Möglichkeit, beim Eintrittspreis für Schloss und Herkules zu sparen, solle dazu beitragen, dass Besucher nach den Wasserkünsten länger im Berkpark verweilen, sagte MKH-Sprecherin Callebaut.

Von Axel Schwarz

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