Verein setzt sich weiter für Bahnverbindung ein

Verkehrsbelastung: Weiter Ärger um Blechlawinen im Bergpark Wilhelmshöhe

Kassel. Die Kritik an der Verkehrsplanung für den Bergpark Wilhelmshöhe wird nicht leiser. Trotz der im Frühjahr eingeführten Parkgebühr von fünf Euro an Wasserspieltagen ist die Belastung durch Autos weiterhin groß.

Aktualisiert um 16.46 Uhr.

Eigentlich sollte in dieser Wasserspielsaison vieles besser werden. Doch nach wie vor sorgt die Blechlawine sonntags und mittwochs für Chaos. Als eine Aneinanderrreihung von Provisorien bezeichnet der Förderverein Neue Herkulesbahn die bisherigen Aktivitäten der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Stadt. Von einem schlüssigen Verkehrskonzept könne nach wie vor nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Der Zubringerbus zwischen der Tulpenallee und dem Herkules sorge auch noch für zusätzliche Staus.

Schlange beim Ticketkauf

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Das liegt am umständlichen Fahrkartensystem. Denn der Parkschein für fünf Euro, den die Besucher am Herkules zahlen müssen, gilt nicht als Ticket für den Bus. Dafür ist noch mal ein KVG-Fahrschein fällig. Bis alle Fahrgäste gezahlt haben, steht der Bus auf der Tulpenallee und blockiert die rechte Fahrspur. „Wir sind in Gesprächen mit der KVG und auch der Stadt, um die Probleme zu lösen“, sagt Lena Pralle von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK)

Fußwege zugeparkt

Denn es gibt weitere Baustellen. Nach dem Umbau der Tulpenallee ist zwar der Übergang in den Bergpark optisch ansprechender geworden. Doch der neue Streifen am Fahrbahnrand, der eigentlich für Fußgänger gedacht ist, wird regelmäßig zugeparkt. Geahndet wird das bislang kaum. Stadt und Land schieben sich die Zuständigkeit gegenseitig zu. Zwischen Schlosscafé, Schlosshotel und Gewächshaus stehen mittlerweile nicht nur an Wasserspieltagen die Autos. Fußgänger kommen hier kaum noch durch.

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Regulär stehen für Bergparkbesucher 520 Parkplätze unterhalb von Schloss Wilhelmshöhe und 318 am Herkules zur Verfügung. Das reicht hinten und vorn nicht. Zumindest so lange nicht, wie es keine überzeugende Alternative durch Busse und Bahnen gibt. Am Herkules darf man zwar an der Zufahrt von der Ehlener Straße einseitig parkten. Den zwischenzeitlich eingeführten Shuttlebus von den Ausweichparkplätzen auf dem Hohen Gras gibt es aus Kostengründen aber nicht mehr.

Entlastung durch Bahn?

Der Förderverein setzt sich seit Jahren dafür ein, dass wieder eine Straßenbahn hinauf zum Herkules gebaut wird. Den Vorgänger gab es bis in die 1960er Jahre. Eine moderne Bahn könne einen Großteil der Verkehrsprobleme lösen, so die Hoffnung. Über Vorgespräche zwischen der Stadt Kassel und dem Land ist dieses Projekt bislang nicht hinausgekommen. Die hohen Betriebskosten - an Tagen ohne Wasserspiele droht nach Einschätzung von Kritikern eine schwache Auslastung - sorgen bislang dafür, dass die Bahn auf Eis liegt.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Seilbahn von der Endstation der Linie 1 zum Herkules. Ein privater Investor wäre bereit, diese Gondelbahn zu finanzieren. Bislang stehen hier noch Bedenken wegen einer möglichen Gefährdung des Welterbetitels im Wege. (tos) 

Fotos: Müll, Chaos, Wasserspiele: Besuchermassen im Bergpark

Müll, Chaos, Wasserspiele: Besuchermassen im Bergpark

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