Erfahrungen anderer Besuchermagneten nutzen

Welterbeverein erwartet mehr Gäste für Kassel

Hardy

Kassel. Der Verein „Bürger für das Welterbe“ (150 Mitglieder) will seine Arbeit auch nach einem Erfolg der Kasseler Bewerbung fortsetzen. „Die Bewertung durch die Fachleute von Icomos ist hervorragend, die Chancen stehen ausgesprochen gut“, sagt der Vereinsvorsitzende Prof. Hardy Fischer.

Wenn der Bergpark mit dem Herkules und den Wasserkünsten Ende Juni den Ritterschlag als Welterbe bekomme, gebe es noch einiges zu tun.

„Kassel wird mit dem Welterbe und auch der neuen Grimm-Welt für Besucher attraktiver, das ist erst einmal ein Grund zur Freude.“

„Kassel wird mit dem Welterbe und auch der neuen Grimm-Welt für Besucher attraktiver, das ist erst einmal ein Grund zur Freude“, sagt Fischer. Diese Entwicklung müsse man eine Weile beobachten und dann ein Verkehrskonzept für den Herkules entwickeln. Dazu könne auch eine Herkulesbahn gehören. „Wir sollten uns ansehen, wie andere mit einem größeren Besucherandrang umgehen“, sagt Fischer.

So sei es zum Beispiel an der spanischen Alhambra problemlos möglich, dass die Besucher an einem Busparkplatz etwa einen Kilometer entfernt von der Attraktion aussteigen und den Rest zu Fuß bewältigen. Am Herkules komme es auch deshalb immer wieder zu Problemen, weil alle bis zum Besucherzentrum vorfahren wollten. Bei einer international bekannteren Attraktion wie Neuschwanstein erwarte das niemand. Trotzdem habe man dort jährlich 1,4 Millionen Besucher, die klaglos fünf Euro Parkgebühren zahlten.

Mit der Anerkennung als Welterbe sei die Entwicklung des Bergparks nicht zwangsläufig abgeschlossen. Fischer erinnert daran, dass es auf dem Gelände früher eine Fasanerie, Rinder und Pferde gegeben habe. Auf beschränkten Flächen könne man Angebote mit Tieren machen und dafür auch Eintritt nehmen.

Einnahmen möglich

„Wir müssen darüber nachdenken, wie man zumindest einen Teil der Kosten für die teure Unterhaltung des Bergparks wieder reinbekommt“, sagt Fischer. Der Zugang zum Park und den Wasserspielen müsse frei bleiben. An dieser Tradition dürfe man nicht rütteln. Trotzdem sei es möglich, Einnahmen zu erzielen. Hier helfe der Blick über den Tellerrand.

Wenn es mit dem Welterbe klappt, könne die Kasseler Bevölkerung stolz darauf sein. Ein ganz wichtiger Baustein sei die von der HNA angestoßene Spendenaktion zur Rettung des Herkules im Jahr 2004 gewesen, bei der knapp 500 000 Euro zusammenkamen. Neben dem professionell vorbereiteten Antrag sei der Rückhalt in der Bevölkerung ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Welterbe-Bewerbung. Foto: Koch

Von Thomas Siemon

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