Brandt-Stoph-Parkplatz fällt weg – Gartenbetriebshof zieht aus Marstall um in Neubau an der Ochsenallee

Weltkultur-Kur für den Bergpark

Das Marstall-Plateau deckt den linken Bildteil ab, rechts ist das Schloss zu sehen. In den historischen Marstall (gelbes Gebäude) soll langfristig die Park- und Museumsverwaltung einziehen, das Schlosshotel dahinter (weißes Gebäude) wird modernisiert. Foto: Archiv

Kassel. Jetzt steht fest, welche Entwicklung der Bergpark Wilhelmshöhe im Bereich des Marstall-Plateaus nehmen darf – der Bebauungsplan III/68 ist unter Dach und Fach.

„Mit dieser Planung sichern wir den Erhalt und die behutsame Entwicklung des Marstall-Bereichs“, sagte Marion Fischer-Ebel vom Stadtplanungsamt bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Wilhelmshöhe. Der Bebauungsplan (B-Plan) entspreche voll den Vorgaben des Welterbeantrags, des Parkpflegewerks und den Maßgaben des Denkmalschutzes, fügte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) an.

Es ist vorgesehen:
• Marstall: Dort, wo derzeit noch der Gartenbetriebshof der Museumslandschaft Hessen Kassel untergebracht ist, soll langfristig die Park- und Museumsverwaltung einziehen. Dafür wird ein neuer Gartenbetriebshof weiter unterhalb an der Tulpenallee direkt am Parkplatz Ochsenallee entstehen (wie berichtet).
• Schlosshotel: Aktuell sieht der Eigentümer eine Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Hotels vor (150 statt jetzt 101 Zimmer, Vergrößerung der Tiefgarage). Langfristig ist aber auch hier ein Neubau vorgesehen.
• Grünanlagen: Historische Streuobstwiesen und Parkbereiche sollen wieder hergestellt werden. Dafür gibt es eine Neuorganisation der rund 120 bestehenden Parkplätze auf dem Marstall-Plateau. Verschwinden wird dabei auch der Parkplatz im Innenhof des Marstalls sowie langfristig der Brandt-Stoph-Parkplatz (250 Stellplätze) direkt unterhalb des Schlosshotels. Für ihn gab es nie Baurecht, er war in den 70er Jahren wild entstanden. Der Parkplatz soll in eine Wiese umgewandelt werden, die als Ausgleich zum Bau des neuen Gartenbetriebshofes am Parkplatz Ochsenallee dient.

Pläne miteinander verzahnt

All diese Planziele betreffen den Kernzone des Weltkulturerbebereichs. „Grundsätzlich resultieren alle Änderungen aus aktuellen Fehlnutzungen, die sich nicht mit den Vorgaben des Welterbeantrags und des Parkpflegewerks vereinbaren lassen“, sagte Fischer-Ebel.

Nicht zuletzt sei der B-Plan für das Marstall-Plateau deshalb eng mit dem zweiten B-Plan für den Bereich Besucherzentrum/Parkplatz Ochsenallee (B-Plan III/69) verzahnt. Dieser B-Plan liege außerhalb der Kernzone und erlaube daher auch einen Großparkplatz und Gartenbetriebshof:
• Parkplatz Ochsenallee: Der Parkplatz wird markiert, um seine Kapazität von 300 auf 430 Stellplätze (plus acht Busstellplätze) zu erhöhen. Damit werde der Wegfall des Brandt-Stoph-Parkplatzes annähernd kompensiert, sagt Fischer-Ebel. In Sachen Erreichbarkeit des Bergparks werde der öffentliche Nahverkehr künftig eine wichtigere Rolle spielen.
• Gartenbetriebshof: Ein neuer Gartenbetriebshof entsteht an der Ochsenallee. Ein Architekturwettbewerb läuft bereits, Baubeginn ist im Herbst 2013. Dieser zweite B-Plan sei noch in Arbeit, erklärte Nolda. „Alle beiden B-Pläne sind gut aufeinander abgestimmt und berücksichtigen auch die Neugestalung der Tulpenallee.“ Nichtsdestotrotz gab es Kritik im Ortsbeirat.

Von Boris Naumann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.