Sanierung dauert noch einige Jahre

Weltkulturerbe lockt Besucher trotz der Baustellen

Postkartenmotiv mit Kran: Auch neben dem Apollo-Tempel wird an den Peneuskaskaden gebaut. Foto:  Siemon

Kassel. Der Bergpark mit seinen Wasserspielen gehört seit einigen Wochen zum Weltkulturerbe und ist gleichzeitig seit Jahr und Tag eine Großbaustelle. So schnell wird sich das nicht ändern. Doch die Besucher stören sich nicht dran und kommen so zahlreich wie nie zuvor.

Der Herkules wird in vier Jahren stolze 300 Jahre alt. Der Zahn der Zeit hat an vielen Stellen genagt. Deshalb gibt es im Park an mehreren Stellen Baugerüste. Ein Zeichen dafür, dass die Sanierung voran geht. Die Besucher stören sich nicht dran und kommen so zahlreich wie nie zuvor.

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Der Baustellanparcours fängt am Herkules an, dessen Unterbau, das Oktogon, nach wie vor eingerüstet ist. 30 Millionen Euro sind allein für die Herkulessanierung veranschlagt. Bauleiter Thomas Täschner vom Hessischen Baumanagement hat nach den jüngsten Erkundungsbohrungen an der Ostseite (Richtung Stadt) eine Sorge weniger. Die Bilder der Minikamera, die mit einer Sonde in die Bohrlöcher geschoben wurde, haben keine weiteren Hohlräume gezeigt.

An anderen Stellen war jahrzehntelang Wasser eingedrungen und hatte für größere Schäden gesorgt. Die Gerüste am Herkules werden noch mindestens zwei Jahre stehen. Eine Etage tiefer gibt es an der Vexierwassergrotte die nächste größere Baustelle. Insgesamt sind für die Sanierung der Wasserwege im Park zehn

Arbeiten an der Vexierwassergrotte: Weil hier gebaut wird, beginnen die Wasserspiele etwas tiefer. Foto:  Malmus/nh

Millionen Euro veranschlagt. Die Wasserspiele starten in dieser Saison erst ab dem unterhalb der Vexierwassergrotte gelegenen Riesenkopfbecken. Wer von hier dem Lauf des Wassers folgt, bekommt von den Bauarbeiten einige Zeit nichts mehr mit. Die Sanierung der Kaskaden beginnt erst nach dem Abschluss der Saison am 3. Oktober. Je nach dem, wie viel Zeit zum ersten Frost bleibt, kann dort gearbeitet werden. Danach bleiben dann noch einige Wochen im Frühjahr bis zum Saisonstart am 1. Mai.

Etwas weniger im Blickpunkt steht die Plutogrotte, an der ebenfalls gearbeitet wird. Weil hier in direkter Nachbarschaft zur Teufelsbrücke kein Wasser fließt, gehen die Arbeiten zügig voran. Wenn die Steinsanierung abgeschlossen ist, kommen in die Öffnungen der Grotte wieder Fenster. So sah sie ursprünglich einmal aus.

Eine originalgetreue Sanierung ist auch für den Wasserlauf unterhalb des Aquädukts vorgesehen. Diese Abschnitt nennt sich Peneuskaskaden. Im unteren Teil - fast schon auf Höhe des Fontänenteichs - ist ein Baukran zu sehen, der schweres Material in den Wasserlauf bewegt. Teilweise waren die Tuffsteinplatten unterspült, in den Hohlräumen ist viel Wasser verloren gegangen. Bis Ende 2014 sollen die Arbeiten an den Wasserwegen abgeschlossen sein. Dann kann man das Welterbe unterhalb des Herkules ohne Baustelle genießen.

Fotos: So schön ist der Bergpark

So schön ist der Bergpark Wilhelmshöhe

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