8000 statt 3000 Besucher an Wasserspieltagen

Bergpark als Welterbe: Mehr Gäste sorgen für Staus und Schäden

Bergpark als Welterbe: Mehr Gäste sorgen für Staus und Schäden

Kassel. Der Welterbe-Titel für den Bergpark macht sich bemerkbar. In positiver Weise, weil seit der Würdigung durch die Unesco die Gästezahlen rasant gestiegen sind. Zu Wasserspieltagen kommen geschätzte 8000 Besucher zur Wilhelmshöhe, bislang seien es oft 2000 bis 3000 gewesen.

Alles rund um den Bergpark und das Weltkulturerbe im Spezial

Das teilt die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) mit. Schattenseite des Andrangs sind mehr Staus durch den An- und Abreiseverkehr. Auch gibt es Anzeichen, dass häufiger gegen die Parkordnung verstoßen wird.

Das Verkehrsproblem zeigt sich besonders zu den Wasserspieltagen mittwochs und sonntags, aber insbesondere auch zur beleuchteten Variante, die jeden ersten Samstag in Monat stattfindet. Dann stauen sich die Autos von den Parkplätzen die Tulpenallee hinunter bis in die Stadt.

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Um die Überlastung der beiden Parkplätze sowie der Straße zu den Spitzenzeiten zu entschärfen, schlägt Dr. Gisela Bungarten, stellvertretende Direktorin der MHK, eine „weiträumiger gedachte Lösung“ vor. Sinnvoll sei ein weiter entfernter, kostenpflichtiger Park&Ride-Parkplatz, von dem aus Direktbusse zum Park pendeln. Auch auf den Parkplätzen in Bergparknähe sei nur durch eine Gebührenpflicht eine Steuerung des Verkehrs möglich.

Auch aus Sicht der Stadt bestehe bei der Verkehrsführung Handlungsbedarf, sagt Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich. Ein neues Konzept inklusive neuer Ausschilderung werde nun erarbeitet. Ein weiteres Problem war bei den beleuchteten Wasserspielen zu beobachten. Einige Besucher kletterten auf den empfindlichen Kunstbauwerken herum.

Dies könne teure Reparaturen zur Folge haben, sagt Bungarten. In den nächsten Wochen solle geklärt werden, ob mehr als die bisher zwei Parkaufsichten nötig seien. Die laufende Bauunterhaltung der Wasserkünste habe die MHK zuletzt eine halbe Mio. Euro pro Jahr gekostet. (bal)

Statt einer jetzt acht Führungen

Bei Kassel-Marketing laufen die Telefone heiß

Kassel. Auch Kassel-Marketing spürt deutlich den Touristen-Andrang seit der Auszeichnung des Bergparks zum Welterbe. Die Führungen zu den Wasserspielen haben sich von wöchentlich einer auf jetzt acht erhöht, sagt die Leiterin von Kassel-Tourist, Angelika Hüppe. Wurden früher bei Kassel-Marketing pro Woche zehn Info-Pakete zum Bergpark nachgefragt, so sind es heute hundert. „Die Telefone klingeln bei uns heiß“, sagt Hüppe.

Damit habe man aber durchaus gerechnet. Es sei interessant, festzustellen, wie unterscheidlich das Wissen oder Unwissen der Leute sei. Manche fragten, wie oft am Tag die Wasserspiele stattfinden. Viele wollen wissen, wie sie funktionieren. „Was ich erstaunlich finde ist, dass die Kasseler den Bergpark jetzt unter einer völlig anderen Perspektive sehen. Früher hat man da seinen Sonntagsspaziergang gemacht und jetzt sagt man: Oh, Welterbe!“ Die Kasseler seien sehr stolz auf ihr Welterbe Bergpark.

Worauf sich die Kasseler Tourismus-Experten jetzt einstellen: Nächtes Jahr hat sich die Deutsche Zentrale für Tourismus das Thema „Welterbe“ vorgenommen. „Dann werden wir uns in eine internationalen Kampagne einklinken.“ Man habe ja in Kassel gleich einen Strauß an Welterbe: Natur, Architektur und die Hausmärchen. Damit könne Kassel auftrumpfen. (chr/mkx)

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