Blick auf Herkules womöglich beeinträchtigt

Herkules: Hohe Windräder können Welterbetitel gefährden

+
Soll vor Windkraftanlagen bewahrt werden: Kassels Herkules mit den Wasserspielen.

Kassel. Hohe Windräder können den Welterbetitel für den Herkules gefährden. Darauf verweist ein Beratergremium der Unesco nach einer Tagung in Kassel.

Eine konkrete Gefährdung sehe er durch Pläne der Nachbargemeinde Schauenburg, die Flächen für neue Windräder ausweisen wolle, sagt Hessens oberster Denkmalschützer, Professor Gerd Weiß.

Man müsse sich sehr sorgfältig anschauen, wo genau die Windräder gebaut werden sollen und wie hoch sie werden. Der Herkules als Krönung des Welterbes Bergpark beherrsche die Landschaft. „Die visuelle Integrität muss auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt Weiß, der Welterbebeauftragter des Landes ist. Er verweist auf die Beispiele der Welterbestätten Potsdam und Oberes Rheintal. Hier werde über eine Art Bannmeile für Windräder geredet.

Alles zum Welterbe lesen Sie in unserem Themen-Spezial.

Außerdem müsse gewährleistet sein, dass die Genehmigungsbehörden vor einer Entscheidung engen Kontakt mit den Welterbegremien halten.

Das zehnköpfige Beratergremium (Advisory Board) war auf Einladung des Landes Hessen in Kassel. Die Fachleute sprachen sich dafür aus, dass keine weiteren Parkplätze im Bergpark angelegt werden. Der Pendelbus als Zubringer vom Hohen Gras zu Spitzenzeiten habe sich bewährt, sagt Professor Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die Fachleute haben sich zudem dafür ausgesprochen, eine Bauhütte nach dem Vorbild des Kölner Doms im Bergpark einzurichten. Nur wenn auch kleinere Schäden schnell und gründlich behoben würden, könne man große Sanierungen wie zurzeit vermeiden.

Zu den Großprojekten im Bergpark gehört die Rekonstruktion des Hauptturms der Löwenburg. Der künstliche Tuffstein, der zum Einsatz kommen soll, ist für die Welterbe-Fachleute kein Problem. Die Löwenburg soll so saniert werden, dass sie dem Originalzustand so nahe wie möglich kommt. Dazu gehört auch die Inneneinrichtung, die nahezu vollständig erhalten blieb und in Depots lagert.

Von Thomas Siemon

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.