Lebensraum für bedrohte Tiere

Zu wenig Regen: Naturschutzgebiet Dönche trocknet aus

Kassel. Die Dönche ist in Gefahr: Feuchtgebiete und Biotope des 204 Hektar großen Naturschutzgebiets im Südwesten Kassels drohen auszutrocknen, sollte das Klima so wie in den vergangenen zehn Jahren bleiben. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das die Stadt Kassel in Auftrag gegeben hat.

Das Dönche-Areal zählt zu den flächenmäßig größten innerstädtischen Grünanlagen Deutschlands. Die Bachufer sind Lebensraum für bedrohte Tierarten, die Gewässer speisen zudem zahlreiche Tümpel und Feuchtgebiete. Diese hatte Gutachter Wolfgang Faupel vom Ingenieurbüro agc unter die Lupe genommen.

Seine Ergebnisse stellte er jetzt im städtischen Umweltausschuss vor. Laut dem 15 000 Euro teuren Gutachten speist sich die Dönche überwiegend aus Niederschlägen, also Regen und Schnee. Das Oberflächenwasser werde aber im Schnitt immer weniger, wie Auswertungen der vergangenen zehn Jahre zeigten. Betroffen seien davon auch Dönchebach und Krebsbach, die das Gebiet mit Wasser versorgen. Sie werden ebenfalls aus Niederschlagswasser gespeist. Hält dieser Trend an, werde die Dönche künftig austrocknen.

In der Diskussion ist nun, Wasser aus dem Nordshäuser Mühlbach in den Dönchebach umzuleiten. Das ist derzeit schon bei Starkregen der Fall und würde den Uferbereich des Dönchebachs als Lebensraum erhalten, berichtet Gutachter Faupel. Der Mühlbach wird im Gegensatz zum Dönchebach nicht nur durch Niederschlag gespeist.

Diese Lösung gilt dem Vernehmen nach am wahrscheinlichsten. Ein Trennbauwerk oberhalb der Konrad-Adenauer-Straße, das die Wasserzufuhr regelt, müsste dazu umgebaut werden. Aber: Das würde zu Lasten des Feuchtbiotops Heisebach gehen, das Wasser aus dem Mühlbach bezieht.

Kritik an dem Gutachten gibt es vom „Bündnis Dönche“: Es fehle ein Lösungssvorschlag. So sei die Untersuchung überflüssig, kritisiert das Bündnis.

Von Max Holscher

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