Magazinhof

Magazinhof: Orstbeiratsmitglieder wollen mehr Transparenz

Umstrittenes Baudenkmal: Vielen Menschen in Niederzwehren wäre es am liebsten, wenn der Magazinhof abgerissen würde. Foto:  Kothe

Niederzwehren. „Man arbeitet an den kommunalpolitischen Gremien vorbei“, sagt Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD). Erneut diskutierte der Ortsbeirat in seiner Sitzung am Dienstag kritisch das Vorgehen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und der Stadt Kassel bezüglich der leer stehenden Gebäude des Magazinhofs.

Seit Januar 2012 ist die Bima Eigentümerin des 37 000 Quadratmeter großen Areals an der Leuschnerstraße. Die Planungshoheit liegt bei der Stadt Kassel. Was mit damit geschehen soll, ist noch unklar. Die Mitglieder des Ortsbeirates fordern, mehr in die Planung eingebunden zu werden.

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Laut Informationen, die Böttger vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz der Stadt Kassel vorliegen, soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden. Allerdings wurde bereits vereinbart, dass für den Standort Einzelhandel und störendes Gewerbe unzulässig sind und die Kaufinteressenten die planungsrechtliche Machbarkeit des Vorhabens nachweisen müssen. Das kritisiert der Ortsbeirat: Es gebe zu wenig Transparenz darüber, wie man das Gelände nutzen könne. „Darüber sollten Käufer im Vorfeld informiert sein, nicht erst im Nachhinein“, sagt Böttger.

Er hat wiederholt gefordert, dass auf dem Gelände auch Wohnbebauung entsteht. Für die Bima kommt das generell nicht in Betracht. Sie kann sich vorstellen, dass sich Ateliers, Büros und Praxen ansiedeln. Hinzu kommt, dass die Gebäude Denkmalstatus haben und nicht abgerissen werden dürfen. Erst 2012 wurden die noch vorhandenen Gebäude des ehemaligen Getreidelagers der Wehrmacht unter Denkmalschutz gestellt.

Während die Bima nicht gegen die Denkmalschutzstellung vorgehen will, wird dies im Ortsbeirat diskutiert - sofern eine formale Handhabe besteht. Böttger hält die Aufwertung der Gebäude durch den Denkmalstatus für nicht gerechtfertigt. Es bestehe kein grundsätzliches öffentliches Interesse, sie zu erhalten: „Es gibt in Deutschland noch ausreichend Gebäude dieses Typs, die bereits unter Denkmalschutz stehen.“

Heute im Ausschuss

Der Ortsbeirat weist auf die Notwendigkeit, einen Investor zu finden, damit die Gebäude nicht weiter brach liegen und verrotten. Ob das gelingt, wird das Bieterverfahren zeigen. Die öffentliche Ausschreibung soll noch in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Heute tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Auch die Zukunft des Magazinhofes soll dabei ein Thema sein.

Von Helga Kristina Kothe

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