80 Menschen demonstrieren vor Germania-Verbindungshaus

Kassel. 80 Demonstranten haben am Sonntagmittag in Kassel gegen die Burschenschaft Germania protestiert. Sie standen einem Großaufgebot der Polizei mit zwölf Mannschaftswagen gegenüber.

Der Protestzug mit Kundgebung in Wolfsanger verlief friedlich. Aufgerufen hatten ein Bündnis aus linksradikalen Gruppen aus Kassel und Göttingen sowie der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Uni Kassel. Unter den Teilnehmern waren Vertreter linker Gruppierungen wie der AK Spunk und AK Racoons.

Auslöser des Protests war ein Seminar, zu dem sich die Verbindung Germania in einem Haus in Wolfsanger treffen wollte. Einer der Referenten soll angeblich ein Autor sein, der für die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ geschrieben hat. Im Vorfeld hatte es einen Farbanschlag auf das Germania-Haus gegeben.

Der Protestzug startete mit erheblicher Verzögerung am Holländischen Platz: Laut dem Sprecher des Bündnisses, Peter Schwarz, war das Mikrofon der Linken eingefroren. Eine Stunde warteten die überwiegend jungen Demonstranten, bevor sich der Zug Richtung Wolfsanger in Bewegung setzte. Bei heftigem Schneetreiben marschierten sie zum Verbindungshaus der Burschenschaft Germania. „Für uns wäre es ein Erfolg, wenn wir transportieren könnten, dass Burschenschaften nicht zu einer demokratischen Grundordnung passen“, sagte Schwarz.

Zum Polizeiaufgebot erklärte er: „Da stellt sich die Frage, ob die bei uns richtig sind.“ Die Gefahr drohe vielmehr aus dem rechten Spektrum. Dass es ohne Konflikte mit der Polizei abläuft, glaubte man bei den Demonstranten offenbar aber nicht: Auf Zetteln erhielten die Teilnehmer Tipps, was sie bei einer Verhaftung tun sollen. Der Protest blieb trotzdem am Verbindungshaus in der Wolfsangerstraße friedlich. Die Polizei wartete dort bereits und schützte das Gebäude. Die Stimmung bei den Einsatzkräften und den Demonstranten war entspannt. Dort gab es mehrere Reden, die Demonstranten bauten einen Heizpilz auf und verteilten Essen. Vonseiten der Burschenschaft Germania gab es keine Reaktion auf den Protestzug. (gör)

Demo vor Germania-Verbindungshaus in Kassel

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