Einwohnerstatistik

Weniger Deutsche: Kassel wächst dank der Zuwanderer

Kassel. Die Stadt Kassel zählt wieder über 200.000 Einwohner. Und das, obwohl die Zahl der deutschen Bewohner bereits seit Jahren abnimmt.

Kassel auf Wachstumskurs: Seit dem Jahr 2015 zählt die Stadt wieder mehr als 200.000 Einwohner. Dieser Bevölkerungsanstieg ist im Wesentlichen den Zuwanderern zu verdanken. Denn der genauere Blick in die Statistik offenbart, dass die Zahl der Einwohner mit deutschem Pass in Kassel nicht etwa zunimmt. Sie ist rückläufig – und das schon seit 2013.

Deutlich ist diese Entwicklung jetzt durch eine Auffälligkeit bei der Bundestagswahl am 24. September geworden. Die Zahl der Wahlberechtigten in Kassel fiel dabei mit knapp 140.000 deutlich niedriger aus als bei der Bundestagswahl 2013 (142.800 Wahlberechtigte). Dabei hatte die Einwohnerzahl der Stadt Ende 2016 mit 201.907 Bewohner einen Höchststand erreicht.

Die Erklärung liefert die Statistik: Danach hat die Zahl der nicht-deutschen und nicht wahlberechtigten Kasseler von 2010 bis Ende 2016 deutlich zugelegt – und zwar um mehr als 10.000 auf über 34.000 Menschen. Hingegen verringerte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der deutschen Kasseler von rund 168.987 auf 167.731.

Der vor allem auf die Zuwanderung der Flüchtlinge zurückzuführende Einwohnerzuwachs spiegelt sich bei den am häufigsten vertretenen Nationalitäten wieder. Die 2407 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit, die Kassel als Hauptwohnsitz haben, stellen inzwischen die drittgrößte Bevölkerungsgruppe dar – hinter den Einwohnern mit deutschem Pass (167.731) und türkischem Pass (7072). Im gesamten Stadtgebiet liegt der Anteil der nicht-deutschen Bewohner mittlerweile bei 16,9 Prozent. Der höchste Wert wird mit 42 Prozent im Stadtteil Nord-Holland verzeichnet.

Dem Rückgang von über 2100 deutschen Einwohnern seit 2013 will die Stadt Kassel durch Befragung der Weggezogenen auf den Grund gehen. Aus den Ergebnissen sollen dann Handlungsschritte entwickelt werden. 

Rubriklistenbild: © dpa

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