Termine können auf früheren Zeitpunkt verlegt werden

Corona in Kassel: Mehr Impfstoff für Stadt und Kreis - Vorverlegung von Terminen möglich

Wartebereich im Impfzentrum in Calden
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Hier wird bald mehr los sein: Im Impfzentrum in Calden werden in den kommenden Wochen – wie auch in Kassel – deutlich mehr Senioren geimpft, als bisher vorgesehen.

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es mehr Impfstoff für Senioren in Stadt und Kreis Kassel. Viele Termine können so nun nach vorne verlegt werden.

Kassel - Die neuerlichen Zusagen der Impfstoffhersteller und des Bundes gegenüber den Ländern ermöglichen eine schnellere Corona-Impfung. In einer Pressemitteilung verkünden Hessens Innenminister Peter Beuth und Gesundheitsminister Kai Klose: „Hessen bekommt mehr Impfstoff, sodass wir die Terminvergabe beschleunigen können.“

Angesprochen sind weiterhin Menschen der ersten Priorisierungsgruppe – also vornehmlich jene, die älter als 80 Jahre sind. Die können bereits vereinbarte Termine auf einen früheren Zeitpunkt verlegen. Das betrifft Anmeldungen, die nach dem 22. März liegen (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe). Ab diesem Samstag, 20. Februar, besteht die Möglichkeit, über die telefonische Hotline oder das Online-Portal umzubuchen. „Wenn es mehr Impfdosen gibt, dann können die Personen der höchsten Priorisierungsgruppe auch früher geimpft werden. Das beschleunigt die Impfungen insgesamt“, werden Beuth und Klose zitiert.

Corona: Kapazität am Impfzentrum in Kassel kann erhöht werden

Mehr als 200.000 Menschen in ganz Hessen hätten sich seit dem 3. Februar für eine Erstimpfung gegen das Coronavirus registriert. Täglich kämen weitere Anmeldungen hinzu, sagt Michael Schaich, Sprecher des Innenministeriums. Und weiter: „Die Impfzentren haben aktuell eine Auslastung von zehn Prozent. Die Kapazität wird sich nun signifikant erhöhen.“ An ihre Grenzen stießen die Zentren aber noch lange nicht. Wie die höhere Termindichte nun bewerkstelligt wird, müsste in den Zentren vor Ort geregelt werden, sagt Schaich.

In der Großsporthalle Auepark, dem Kasseler Impfzentrum, lag die Zahl der Erstimpfungen bislang nur bei 85 pro Tag. Außerdem werden täglich 432 Zweitimpfungen verabreicht. „Wir verimpfen umgehend sämtlichen Impfstoff, den wir bekommen“, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle vergangene Woche. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, könne das Personal jederzeit aufgestockt und weitere Impfstraßen in Betrieb genommen werden, hatte der OB angekündigt.

Corona in der Region Kassel: Bis zu 300 Impfungen pro Tag in Calden

Die Kapazität des Impfzentrums in Calden (Kreis Kassel) werde ab dem 24. Februar auf bis zu 300 Impfungen pro Tag erhöht – zusätzlich zu den bisherigen 90 Impfungen täglich können damit pro Tag 210 weitere Impftermine vergeben werden, teilt der Landkreis Kassel mit. Diese Kapazität könne bis zum 14. März aufrechterhalten werden. Der Corona-Fallzahlen in Kassel sinken derzeit, der Inzidenzwert im Kreis nähert sich dem Grenzwert von 35 an.

Mehr Impftermine in Kassel: Umbuchung ist keine Pflicht

Vereinbarte Impftermine, die nach dem 22. März liegen, können ab Samstag umgebucht werden. Wichtig: Es ist keine Pflicht, einen früheren Termin zu wählen. Das ist ein Angebot des Landes. Benötigt werden individuelle Angaben, die die Impfberechtigten per E-Mail beziehungsweise per Brief erhalten haben. Paartermine können ebenfalls umgebucht werden – telefonisch: 0611/ 505 92 888 oder 116 117 oder online: impfterminservice.hessen.de oder impfterminservice.de.

Frühere Impftermine in Kassel: Es werden weniger Dosen zurückgehalten

Nach vielen Rückschlägen beim Thema Impfstoffverfügbarkeit gibt es nun gute Nachrichten – und deutlich mehr Impfdosen für die Impfzentren in Kassel und Calden. Fragen und Antworten zu diesem und weiteren Corona-Pandemie-Themen:

Wie kommt es, dass es nun frühere Termine in Stadt und Kreis Kassel gibt?
Alleine vom Hersteller Biontech werden zwischen Mitte Februar und Ende März etwa 60.000 zusätzliche Dosen für Erstimpfungen in den 28 hessischen Impfzentren zur Verfügung stehen – darunter auch für das Kasseler Zentrum neben dem Auestadion und für das des Landkreises auf dem Gelände des alten Flughafens in Calden. Durch die Zusage von Biontech für zusätzliche Impfdosen hat der Bund auch seine Empfehlung für das Zurückhalten der Dosen für die Zweitimpfung auf 20 bis 25 Prozent gesenkt. Bislang wurde immer 50 Prozent des verfügbaren Impfstoffs zurückgehalten, um in jedem Fall die nach mindestens drei Wochen vorgesehene Zweitimpfung gewährleisten zu können.
Wie wird entschieden, welches Impfzentrum wie viel Impfstoff bekommt?
Die Menge der Impfdosen und damit auch der Termine pro Impfzentrum richten sich nach dem Bevölkerungsanteil des jeweiligen Landkreises beziehungsweise der kreisfreien Stadt. In Stadt und Kreis Kassel gibt es beispielsweise etwa 55.000 Impfberechtigte über 80 Jahren. Damit nun frühere und zusätzliche Termine in den Impfzentren vergeben werden können, werden die weiteren Kapazitäten zur Verfügung gestellt. Aktuell erhalten in den hessischen Impfzentren täglich durchschnittlich 140 Personen ihre Erstimpfung. Fast zehnmal so viele Impfungen wären möglich. In Kassel gibt es derzeit jeden Tag 85 Erst-Impftermine, im Kreis sind es 90.
Gibt es hier so viele Impfungen wie in anderen Bundesländern?
Das lässt sich veranschaulichen, indem man die Bundesländer bei der Impfquote vergleicht: In der Bilanz des Robert-Koch-Instituts ist Hessen bei den Zweitimpfungen mit einer Impfquote von 1,5 Prozent Schlusslicht. Die beste Quote hat dagegen Rheinland-Pfalz mit 2,9 Prozent.
Wie haben sich die Corona-Fallzahlen in Kassel entwickelt?
Am Donnerstag vermeldete das Gesundheitsamt 24 neue Fälle im Vergleich zu Mittwoch (plus 11 in Kassel und plus 13 im Landkreis). Gesunken ist allerdings die Zahl der aktuell Infizierten – und zwar um 13 Fälle (minus 7 in der Stadt und minus 6 im Landkreis). Das liegt daran, dass 35 weitere Infizierte als genesen gelten. Allerdings gibt es Stand Donnerstagmittag auch zwei weitere Todesfälle – je einen in Kassel (gesamt nun 132) und einen im Landkreis (gesamt nun 168).
Wie hat sich die Sieben-Tages-Inzidenz entwickelt?
In Kassel ist der Wert, der zeigt, wie viele Neuinfektionen es innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohnern gab, von 21,8 auf 28,3 gestiegen. Überraschend ist dieser Anstieg nicht, da in der vergangenen Woche wegen des Wintereinbruchs und dem Schnee-Chaos weniger Menschen in die Testcenter gelangt sind. Im Landkreis ist die Inzidenz leicht gesunken: von 37,2 auf 36,8. Vor einer Woche lag die Inzidenz in Kassel übrigens noch bei 47,6 und im Landkreis bei 54,5.
Wie viele Corona-Infizierte müssen derzeit im Krankenhaus behandelt werden?
Die Zahl ist weiter gesunken: Stand gestern lagen 47 Infizierte im Krankenhaus, 21 von ihnen wurden intensivmedizinisch behandelt. Zum Vergleich: Vor einer Woche wurden 67 Infizierte in Krankenhäusern behandelt. Laut Divi-Intensivregister betrug der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten in Kassel gestern 11,84 Prozent, im Kreis waren es 9,09 Prozent.

(Robin Lipke, Monika Wüllner, Marie Klement)

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