Einnahmen durch Park- und Temposünder gehen zurück

Weniger Knöllchen in Kassel

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Weniger Einnahmen durch Parksünder: Um fast 22 Prozent sind die Fallzahlen im ruhenden Verkehr in Kassel zurückgegangen. Unse r Foto zeigt einen Parkscheinautomaten am Bahnhof Wilhelmshöhe. 

Weniger Knöllchen, weniger Geld für die Stadtkasse: Kassel hat 2019 erneut weniger Einnahmen durch Verkehrsordnungswidrigkeiten von Falschparkern, Rasern und anderen Verkehrssündern erzielt.

Danach flossen im vergangenen Jahr knapp drei Millionen Euro an die Stadt. 2018 waren es noch rund 3,4 Millionen gewesen, also 400 000 Euro mehr.

Wie Stadtsprecher Michael Schwab am Dienstag auf Anfrage berichtete, sind die Fallzahlen 2019 (201 861) im Vergleich zu 2018 (235 604) um etwa 14,3 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang hat nach Einschätzung der Stadt mehrere Gründe. Einerseits geht der Stadtsprecher davon aus, dass die Verkehrsteilnehmer disziplinierter unterwegs sind. Anderseits wirkt sich aus, dass die Parkgebührenordnung (Zone 2) seit 1. Dezember 2018 von 20 auf 18 Uhr reduziert worden ist. Der Rückgang der Fallzahlen 2019 gegenüber 2018 fällt daher im ruhenden Verkehr, also für Parksünder, mit 21,8 Prozent besonders deutlich aus. Hingegen ist beim fließenden Verkehr, also bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, lediglich ein Rückgang der Fallzahlen um 3,1 Prozent zu verzeichnen.

Im Gegensatz zu Kassel haben Falschparker, Raser und andere Verkehrssünder 2019 in anderen hessischen Großstädten für Mehreinnahmen gesorgt. In sechs von zehn angefragten Kommunen wurden mehr Verwarn- und Bußgelder als im Vorjahr verhängt, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehören Wiesbaden, Darmstadt, Hanau, Rüsselsheim, Fulda und Bad Hersfeld. Weniger nahmen auch Frankfurt, Offenbach und Gießen ein.

Genau wie Kassel denken auch Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Rüsselsheim und Bad Hersfeld daran, weitere Geschwindigkeits-Messanlagen aufzustellen. Die Stadt Kassel plant schon seit geraumer Zeit die Installation von zwei weiteren Blitzern zu den bestehenden sechs stationären Anlagen. Die Haushaltsmittel seien dafür bereits 2019 bereitgestellt worden, erklärte Schwab. Die Stadt stehe aber wegen der Genehmigung von Standorten noch in Abstimmung mit dem Land Hessen.

Bereits 2018 hatten Temposünder und Falschparker der Stadt Kassel mit den 3,4 Millionen Euro deutlich weniger Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr beschert. 2017 waren knapp 3,9 Millionen Euro in die Kassen der Stadt geflossen. Grund dafür waren die sechs stationären Geschwindigkeits-Messanlagen, die Ende 2016 in Betrieb genommen worden waren. Diese hatten 2017 für eine Mehreinnahme von rund 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr 2016 gesorgt.

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