Stadt hat Bewirtschaftung umgestellt – teilweise weniger Erholungsflächen

Weniger Mähen für die Bienen

Picknicken wird hier schwierig: In Rothenditmold sind durch die veränderte Bewirtschaftung einige der wenigen Erholungsflächen im Stadtteil weggefallen.
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Picknicken wird hier schwierig: In Rothenditmold sind durch die veränderte Bewirtschaftung einige der wenigen Erholungsflächen im Stadtteil weggefallen.

Wer in Kasseler Parks unterwegs ist, dem fällt auf, dass einige Grünflächen in diesem Jahr anders aussehen. Statt einer kurz gemähten Rasenfläche, findet man an einigen Orten nur teilweise gemähte Bereiche. Eine Picknickdecke lässt sich dort nicht mehr ohne Weiteres ausbreiten. Auch versinkt mitunter beim Spaziergang ein kleiner Hund nahezu im Grün der Auslauffläche.

Kassel - Hintergrund ist, dass das Umwelt- und Gartenamt durch Veränderungen in der Grünflächenpflege das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung sensibilisieren möchte. Im vergangenen Jahr wurde daher auf einigen Flächen damit begonnen, die Pflege zu extensivieren, also ein Stück weit zurückzufahren. Die Extensivierung soll zukünftig ausgebaut werden, um die Artenvielfalt zu erhalten. Zu den extensivierten Flächen zählen unter anderem Grünzüge am Heimbach und am Döllbach, Flächen am Geilebach, im Park Schönfeld, im Tannenwäldchen und im Aschrottpark.

Der Ortsbeirat Rothenditmold hat jetzt beantragt, dass Flächen an der Döllbachaue von der Umgestaltung ausgespart bleiben und diese weiterhin regelmäßig gemäht werden. Bislang war in diesem Jahr auf der Wiese nur eine schmale Schneise gekürzt worden. „Wir sind nicht gegen die Extensivierung“, stellt Ortsvorsteher Hans Roth (AUF Kassel) klar. Es gehe um einen Kompromiss zwischen den Angeboten für Insekten und der Erholung der Menschen.

„Der Stadtteil hat nur wenige Grünflächen zum Verweilen und dafür viele Anwohner, die keinen Garten und oft auch keinen Balkon haben“, so Roth. Da mache sich dann schon bemerkbar, wenn die wenigen vorhandenen Flächen auch nicht mehr zum Beispiel zum Picknicken oder Spielen genutzt werden könnten. Auch die derzeitige Brachfläche auf der Blüthlinde wäre beispielsweise für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung denkbar.

Der Ortsbeirat wünscht sich daher, dass für die Freizeitgestaltung die Hälfte der bislang genutzten Grünflächen zur Verfügung stehen, für extensive Flächen könnten beispielsweise Inselbereiche ungemäht bleiben, auf denen sich die Vegetation entsprechend entfalten könne. Auch sei es sinnvoll, die Anwohner mit Hinweistafeln zu informieren.

Das Umwelt- und Gartenamt bewirtschaftet im Stadtgebiet 400 Hektar Rasen- und Wiesenflächen. Dabei handelt es sich sowohl um die kleinteiligen Grünflächen im Straßenraum als auch um großflächige Parks, Spielplätze, Streuobstwiesen und Ausgleichsflächen, heißt es vom Umwelt- und Gartenamt.

Flächen im Stadtzentrum werden meist intensiv von der Bevölkerung genutzt und erfordern daher auch eine intensivere Pflege, während in peripher liegenden Anlagen oft die Anforderungen des Naturschutzes überwiegen. Dort, wo die Flächen zum Sonnenbaden, Federball spielen oder für andere Aktivitäten genutzt würden, werde weiterhin mit bis zu 15 Mähgängen pro Jahr kurz gemäht – etwa in der Goetheanlage, so die Stadt. Auch Wegeränder und Kreuzungsbereiche würden – nicht zuletzt wegen der Verkehrssicherheit – kurz gehalten. Auf diese Weise entstehe das an vielen Stellen typische Bild von kurz gemähten Wegrändern und höher gewachsenen Wiesenflächen. (Kathrin Meyer)

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