Weniger Schüler - mehr Lehrer

38.511 Kinder und Jugendliche starten ins neue Schuljahr

Nicola Beer

In Hessen gibt es mit dem neuen Schuljahr so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. Mit diesen Worten begrüßte Kultusministerin Nicola Beer (FDP) die Schulen zum Schulbeginn.

Landesweit sei die durchschnittliche Unterrichtsversorgung von 101 auf 105 Prozent gestiegen. Die Schulen können nicht nur 100 Prozent der Pflichtstunden abdecken, sondern darüber hinaus eine Stellenzuweisung erhalten, die sie nicht nur für Lehrer, sondern etwa auch für Sozialpädagogen oder Schulpsychologen verwenden können.

Mit der Unterrichtsversorgung von 105 Prozent sei das Versprechen erfüllt, welches die Landesregierung am Anfang gegeben habe, sagte Beer. Erreicht worden sei die Marke durch zusätzliche Lehrer, aber auch durch die demografische Entwicklung.

Das neue Schuljahr hat in dieser Woche für insgesamt 778 000 hessische Schüler begonnen. Das sind 11 000 weniger als vor einem Jahr. In der Stadt Kassel sind es 19 355 Schüler (vergangenes Schuljahr 20 103), im Landkreis 19 156 Schüler (vergangenes Schuljahr 19 785)

Von allen hessischen Schülern werden 50 000 Abc-Schützen erstmals ein Klassenzimmer betreten. In Kassel waren es im vergangenen Schuljahr 1477 Schulanfänger (Landkreis 1845), und in diesem Jahr sind es prognostizierte 1569 in der Stadt und 1824 im Landkreis Kassel. Der Sprecher von Kultusministerin Beer, Christian Henkes, weist darauf hin, dass einige Eltern ihre Kinder an mehreren Schulen gleichzeitig angemeldet haben, weshalb die erwarteten realen Zahlen später niedriger sein werden.

Während also die Schülerzahl sinkt, habe das Land weitere neue Lehrerstellen geschaffen. Obendrauf kommen in Kassel 30,9 neue Lehrerstellen nach dem Sozialindex dazu. Fast alle Kasseler Schulen seien mit Stellen bedacht worden, sagte die Leiterin des städtischen Schulverwaltungsamts, Gabriele Steinbach.

Kritik kommt indes von der Lehrergewerkschaft GEW. Was Frau Beer in Sachen Lehrerversorgung als Sozialindex und Erfolg feiere, sei mit 300 Stellen landesweit „alles andere als dazu geeignet, den immer größer werdenden Problemen einer sozial und anderweitig auseinanderdriftenden Schullandschaft Einhalt zu gebieten“, sagt Karola Stötzel, die stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.

„Die Rede von ‚so viele Lehrern wie nie zuvor‘ lässt mich am Wissen der Ministerin über die Zustände im hessischen Schulsystem zweifeln. Nach wie vor werden fehlende Stellen durch die höchste Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte kompensiert.“ Archivfotos: nh

Von Christina Hein

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