Stadt will Verkehrsfluss verbessern und nimmt als eine von drei Kommunen an Modellprojekt teil

Ampeln in Kassel: Wartezeiten sollen kürzer werden

Alles im Blick: Bernd Noll vom Kasseler Straßenverkehrsamt kann alle 220 Steuerungsgeräte für alle Ampeln im Stadtgebiet auf dem Bildschirm kontrollieren. Fotos: Herzog

Kassel. Auch wenn manche Autofahrer das sicher anders sehen: Kassel zählt zu den Städten mit den modernsten Verkehrssteuerungssystemen in Deutschland. Deshalb wurde die Stadt auch neben Braunschweig und Düsseldorf für ein Modellprojekt des Bundes zur Verbesserung der Mobilität ausgewählt.

Ziel des über vier Jahre laufenden Forschungsprojekts ist es, die Anzahl der Stopps bei Autofahrten im Stadtgebiet um zehn Prozent zu verringern. Oder anders ausgedrückt: die Grüne Welle zu optimieren. In einem zweiten Schritt sollen die Wartezeiten für Fußgänger und den Öffentlichen Nahverkehr veringert werden. Die Hälfte der Kosten von zwei Millionen Euro trägt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die andere die Stadt.

Auch wenn ein Halt weniger für den Autofahrer keinen großen Unterschied mache, seien die Effekte für die Umwelt messbar, sagt Bernd Noll vom Amt für Straßenverkehr und Tiefbau. Nach seinen Angaben müssen die Geräte zur Verkehrssteuerung alle 15 Jahre vollständig erneuert werden. Dies koste rund 20 Millionen Euro. Statt den Altbestand zu ersetzen, sei es sinvoller und nur unwesentlich teurer, innovative Systeme einzuführen. Dies sei zuletzt 2002 geschehen. Damals seien 40 Prozent der Systeme veraltet gewesen. Nun seien lediglich 20 Prozent der Steuergeräte für die 3609 Ampeln im Stadtgebiet älter als 15 Jahre. „Wir sind auf einem hohen Niveau“, sagt der Leiter der Verkehrssteuerung. „Ich bin stolz darauf, dass wir das erreicht haben.“

Damit das so bleibt, setzt die Stadt auch auf ein förderfähiges Programm in Höhe von 22,8 Millionen Euro. Diese Summe soll bis zum Jahr 2023 in neue Ampelanlagen investiert werden. Ziel ist es, die Verkehrslenkung mit Leitsystemen und flexibleren Ampelschaltungen weiter zu verbessern und Staus zu vermeiden. Die Stadt hofft auf eine Förderung durch Land und Bund in Höhe von sechs Millionen Euro. Federführend bei der Stadt wird ein Projektleiter Verkehrs- und Mobilitäsmanagement sein, der auch die Förderanträge bearbeiten soll. Die Stelle wurde laut Noll bereits ausgeschrieben und soll ab April 2012 besetzt werden.

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Für die Instandhaltung der Verkehrssteuerung muss die Stadt jährlich 1,5 Mio. Euro aufbringen. Mit dem Einzug der Computertechnik sei der Zyklus, in dem die Steuerungssysteme ersetzt werden müssen, immer kürzer geworden, sagt Noll. Früher seien die Ampeln 40 Jahre in Betrieb gewesen. Heute seien die Bauteile zum Teil nach vier bis fünf Jahren nicht mehr erhältlich. „Das ist ein Problem.“ Hersteller gäben nur noch für zehn Jahre Nachliefergarantie.

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