Brüder-Grimm-Festival: Musical im Botanischen Garten

+
Kreativteam des Grimm-Festivals: Julia Wagner, Büroleiterin (von links), Oliver Doerr, Bühnenbild, Michael Fajgel, Regie und Vorstand, Peter Zypries, Vorstand, und Loreen Fajgel, Choreografie, stehen vor einem Modell des Bühnenbilds.

Kassel. „Rotkäppchen und der Wolf“ heißt das diesjährige Märchenmusical, das im Zentrum des Brüder-Grimm-Festivals steht. Die Vereinsvorstände Peter Zypries und Michael Fajgel stellten das Konzept gestern im Botanischen Garten vor.

Theater-im-Centrum-Chef Michael Fajgel schreibt das Musical wieder und führt auch Regie. Musik: Roland Oumard, Choreografie: Loreen Fajgel.

Wer heutzutage am Waldesrand in einem Wohnwagen lebt und eine resolute ältere Dame ist, tut gut daran, eine abgesägte Schrotflinte griffbereit zu haben - schließlich wagen sich die Wildtiere immer näher aus dem Dickicht in den Lebensraum der Menschen. Da kann schon mal ein hungriger Wolf vorbeischauen.

Die Großmutter aus dem Märchen vom Rotkäppchen und dem Wolf erinnert beim Brüder-Grimm-Festival eher an die legendäre Comicfigur der Ma Dalton aus den Lucky-Luke-Heften als an ein hilfloses Omchen.

Musicalpremiere ist am 18. Juli, es gibt 33 Vorstellungen. Gespielt wird in der sechsten Festivalsaison wieder auf einer Bühne im hinteren Teil des Botanischen Gartens, vergangenes Jahr war der Standort zum ersten Mal in Betrieb. Die Zuschauertribüne hat 514 Plätze, die Eintrittspreise sind zum Vorjahr unverändert geblieben.

Bühnenbildner Oliver Doerr baut den Campingplatz „Alpenblick“ dort auf die Wiese, zwischen rustikaler Gaststube und angedeuteten Wohnwagen spielt sich das witzig-skurrile Geschehen ab.

Kein aufgeschlitzter Bauch

Fajgel verspricht, dass in dem Familienstück kein Wolfsbauch aufgeschlitzt wird. Er hat das Musical lustig verfremdet und durch weitere Märchenelemente ergänzt - so ist das Rotkäppchen ein verträumtes Mädel, das bei seiner Entführung durch den Wolf denkt, sein Lieblingsbuch würde wahr: „Die Schöne und das Biest“. Auch das Grimm-Märchen „Der Wolf und der Fuchs“ wird eingebaut, wo der Fuchs eine Art Diener des Wolfes ist und ihm Nahrung besorgen muss. Der Wolf frisst sich schließlich so dick, dass er vom Bauern getötet werden kann.

Auf der Bühne stehen sieben Darsteller, darunter der frühere Staatstheaterschauspieler Steffen Laube als Wolf. Es gibt eine vierköpfige LiveBand.

Das Brüder-Grimm-Festival mit seinem Etat von 300 000 Euro umfasst aber noch mehr: In der Partnergemeinde Lohfelden gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm, das am 3. Mai beginnt. Ab dem 9. Juli finden Kindertheaterveranstaltungen im Theaterzelt im Botanischen Garten statt, Partner sind das Spielraumtheater, das Theater Laku Paka und die Band Herr Müller und seine Gitarre. Abschluss ist ein Märchenfest für die ganze Familie am 25. August.

Von Bettina Fraschke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.