Weltsolarkongress lud unterm Herkules zum Dinner mit 450 internationalen Gästen

„Wer ist der Kerl da oben?“

Nordhessische Kost für internationale Gäste: Von links Kongress-Präsident Prof. Klaus Vajen, Emmanuel Ramde (Burkina Faso), Rainer Holzhauer vom Grischäfer, Stadthallen-Leiter Oliver Höppner, Denis Okello, Eldad Banda (beide Uganda) und Angelika Hüppe von Kassel Marketing. Foto: Herzog

Kassel. Eldad Banda aus Uganda ist schon von Berufs wegen neugierig. Er schaut zum Herkules hinauf und fragt: „Who’s that guy?“ (deutsch: Wer ist der Kerl?) Der Wissenschaftler der Universität Makerere in Uganda ist einer von 450 Teilnehmern des Weltsolarkongresses, die gestern Abend an einem Dinner zu Füßen des Kasseler Wahrzeichens teilnahmen. Als Höhepunkt sponserten die Städtischen Werke eine exklusive Vorführung der beleuchteten Wasserspiele.

Begonnen hat der Abend vor der Kasseler Stadthalle. Von dort aus fahren die Kongressteilnehmer mit Sonderbahnen und -bussen bis zum Herkules. Dort angekommen, zücken etliche ihre Fotoapparate für ein Kassel-Andenken, bevor es bergab bis zum Kaskaden-Restaurant weiter geht. Dort wartet ein Büfett mit nordhessischen Spezialitäten: Ahle Wurst, Weckewerk und Grüne Soße finden auch auf internationalen Gaumen Gefallen.

Es geht um Kontakte knüpfen

Während die Musik spielt, finden sich die Wissenschaftler in kleinen Runden zusammen. Eldad Banda und sein Universitätskollege Denis Okello kommen mit Emmanuell Ramde aus Burkina Faso ins Gespräch. „Kontakte zu knüpfen und seine Ideen vorzustellen, darum geht es hier vor allem“, sagt Banda. Zu dritt blicken sie immer wieder über den Bergpark. Die Afrikaner sind sich einig: „Very impressive“ (sehr beeindruckend). Und den starken Herkules, den kennen sich auch. Nur kann Banda nicht verstehen, warum Deutsche sich eine griechische Heldenfigur in so einen Park gebaut haben.

Um solche Fragen ausführlich zu klären, dafür bleibt an diesem Abend nicht genug Zeit. Weitere Kontakte müssen her, Visitenkarten wechseln ihren Besitzer. Ein kurzer Plausch hier, ein kurzer Plausch da, dann geht es weiter zur nächsten Gruppe.

„Großes öffentliches Interesse“

Prof. Klaus Vajen, der Präsident des Weltsolarkongresses ist sehr zufrieden mit dessen bisherigem Verlauf. „Wir hatten hohe Ansprüche, und diese haben wir aus unserer Sicht erfüllt“, sagt der Professor der Universität Kassel. Mit 700 Teilnehmern sei der diesjährige Weltsolarkongress besser besucht als der vergangene im südafrikanischen Johannesburg.

Das Interesse an erneuerbaren Energien, so sagt Vajen, sei wegen der aktuellen Atomdebatte auch in der breiten Öffentlichkeit groß. „Das wussten wir aber noch nicht, als wir vor drei Jahren den Zuschlag bekamen.“ Zwar bemühe man sich mit einigen Veranstaltungen auch die Bevölkerung anzusprechen, allerdings seien internationale Spitzenforscher die primäre Zielgruppe.

Zu denen gehören auch die drei Wissenschaftler aus Afrika. Aber auch sie interessieren sich an dem Abend für ganz banale Dinge. Zum Beispiel den Schinken, den Rainer Holzhauer vom Grischäfer serviert. WIRTSCHAFT

Von Bastian Ludwig

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